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Viersen
Stadt kontrolliert alle Brücken

Viersen: Stadt kontrolliert alle Brücken
Die Fußgängerbrücke über einen Teil des Süchtelner Friedhofs ist derart marode, dass sie aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Eine neue Brücke und auch eine Sanierung würden rund 240.000 Euro kosten. Deshalb wird die Holzbrücke abgerissen. FOTO: Busch
Viersen. Die Verwaltung arbeitet an einem Brückeninstandsetzungskonzept. Eine Brücke taucht dort nicht mehr auf: Die Fußgängerbrücke am Süchtelner Friedhof. Ein Neubau würde 240.000 Euro verschlingen; sie wird abgerissen Von Daniela Buschkamp

Die Stadtverwaltung erarbeitet ein Konzept, das sich mit der Instandsetzung der städtischen Brücken beschäftigt. Alle 31 Bauwerke sollen untersucht werden. Wie viel in deren Sicherheit investiert werden muss, kann zurzeit niemand beziffern. "Aktuell ist noch keine Aussage zum Sanierungsbedarf möglich", so Rathaus-Sprecher Frank Schliffke auf Anfrage.

Eine Brücke ist beim Sicherheits-Check nicht mehr dabei: die Fußgängerbrücke, die den alten Teil des Süchtelner Friedhofs mit dem neuen Teil verbindet. Die hölzerne Konstruktion leidet unter Pilzbefall, die Balken sind von Fäulnis zerfressen, die Pfosten vermodert: Für Fußgänger ist die Nutzung so gefährlich, dass die Brücke gesperrt werden musste. Nach dem Vorschlag der Verwaltung und dem Votum der Politiker im Bauausschuss soll die Holzbrücke ersatzlos abgerissen werden.

Eine neue Brücke würde so viel kosten wie eine Drei-Zimmer-Eigentumswohnung in Viersen: rund 210.000 Euro. Warum ist das derart teuer? "Das ist ein realistischer Preis", erklärt die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Dazu würden noch die Aufwendungen für Bau und Planung, aber auch für Abriss und Entsorgung (rund 7.5000 Euro) kommen. Auch eine Instandsetzung ist unmöglich: "Sie käme einem Neubau gleich, da dies eine vollständige Demontage und die Montage einen hohen Aufwand bedeuten würde", erklärt die Verwaltung. Denn die Brückenteile müssten ersetzt werden, konstruktive Mängel ausgeglichen und Änderungen vorgenommen werden. Danach müsste die Standsicherheit durch eine Prüfstatik nachgewiesen werden. Deshalb das Fazit: "Eine Instandsetzung ist bautechnisch nicht sinnvoll und somit nicht wirtschaftlich."

Was der Abriss der Brücke für die Friedhofsbesucher bedeutet: Sie müssen einen längeren Weg von circa 180 Metern in Kauf nehmen.

Vor zwei Jahren war die Friedhofsbrücke kontrolliert worden. Dabei hatten die Prüfer festgestellt, dass die Holzbalken von Pilzen befallen sind und dass die Brücke Fäulnisspuren trägt. "Die sofort eingeleitete Behandlung schien anzuschlagen, erwies sich aber im Ergebnis als erfolglos", schildert Frank Schliffke. Nachdem ein externer Ingenieur die Brücke 2015 bei der Hauptuntersuchung in Augenschein genommen hatte, fiel die endgültige Entscheidung: Die Brücke wurde stillgelegt.

Wie sich die Stadt generell um die Sicherheit ihrer Brücken kümmert: Diese werden mehrmals im Jahr kontrolliert. "Einmal im Jahr findet eine Besichtigung statt, bei der die Brücken genauer betrachtet werden", erklärt Schliffke. Zudem untersucht ein unabhängiger Prüfer im Auftrag der Stadt die Brücken in einem Turnus von drei Jahren. "Alle sechs Jahre findet zudem die sogenannte Hauptprüfung statt", sagt der Stadtsprecher. Die Bürger könnten sich auf städtischen Brücken sicher fühlen: "Wenn bei den regelmäßigen Prüfungen Auffälligkeiten aufgetreten sind, werden die Brücken öfter kontrolliert", so Schliffke.

Quelle: RP
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