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Viersen
Stadt und Kreis bekämpfen Eichenprozessionsspinner

Viersen: Stadt und Kreis bekämpfen Eichenprozessionsspinner
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners ernähren sich von Eichenblättern. Befallene Eichen sind an dem feinen Gespinst zu erkennen. FOTO: Busch
Viersen. Die Städtischen Betriebe in Viersen haben vorbeugende Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner angekündigt. Dabei konzentriert sich die Bekämpfung besonders auf den Bereich von Schulen und Kindertageseinrichtungen. Wann genau die Maßnahmen beginnen, hängt vom Wetter ab. Die Stadt rechnet damit, dass dies in diesem Jahr etwa Ende April, Anfang Mai der Fall sein wird. Von Joachim Niessen

Ein Fachunternehmen wird dann an einzelnen Eichen ein biologisches Mittel sprühen. Es handelt sich dabei um das Bakterium "Bacillus thuringiensis", das natürlich im Boden vorkommt. Das Mittel hemmt die Häutung der Raupen, die dadurch absterben. Die Behandlung erfolgt so rechtzeitig, dass sich die gefährlichen Brennhaare, die bei Kontakt allergische Reaktionen und starken Juckreiz auslösen können, gar nicht erst entwickeln können.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die vorbeugenden Maßnahmen bewährt haben. Die Zahl der Meldungen von Befall mit Eichenprozessionsspinnern im Stadtgebiet ist rückläufig. Der Eichenprozessionsspinner ist darüber hinaus ein Forstschädling, der Eichen befällt und sich nach dem Schlüpfen der Larve von frisch getriebenen Eichenblättern in den Kronen ernährt. Aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen breitet er sich immer weiter aus. Die Stadt Viersen bittet die Bürger daher um besondere Aufmerksamkeit in den Waldgebieten und Feldfluren während der kritischen Zeit. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners ernähren sich ausschließlich von Eichenblättern. Wer einen befallenen Baum im öffentlichen Bereich entdeckt, kann diesen an Vera Seibel bei den Städtischen Betrieben, Telefon 02162 101423, melden.

Nicht verwechselt werden sollte der Eichenprozessionsspinner mit den Raupen der Gespinstmotte. Diese tritt im gleichen Zeitraum oft massenhaft an Sträuchern, Traubenkirchen und Weiden auf. Die Raupen der Gespinstmotten sind hellgrau und tragen je nach Art unterschiedlich viele Reihen schwarzer Punkte. Diese Raupen haben keine Haare und sind völlig ungefährlich. Sie sind aber eine wertvolle Nahrungsgrundlage für Singvögel. Die kahlgefressenen Bäume oder Sträucher werden mit dem Johannistrieb im Juni wieder neu austreiben.

Nicht nur die Stadt, auch die Autobahnmeisterei geht im Kreis Viersen immer wieder gegen den Eichenprozessionsspinner vor. Zum Einsatz kommt dann ein Helikopter, der die angrenzenden Grünflächen abfliegt. Damit der Verkehr auf der Autobahn nicht gefährdet und abgelenkt wird, begleitet eine sogenannte bewegliche Baustelle den Helikoptereinsatz. Die Bekämpfung aus der Luft ist besonders effektiv.

Das ganze Jahr über sind die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien an den Autobahnen gefährdet. Die Larven des Nachtfalters bilden Gifthaare aus, die auf der Haut des Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Auf Parkplätzen könnten auch Verkehrsteilnehmer mit dem Schädling in Berührung kommen.

Quelle: RP
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