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Viersen
Stadt verteuert Grabstätten um 20 Prozent

Viersen: Stadt verteuert Grabstätten um 20 Prozent
"Eine notwendige Anhebung der Gebühren um rund 20 Prozent ist bei Ausblendung aller Altdefizite alleine der Tatsache geschuldet, dass die Bestattungszahlen in den vergangenen Jahren zu optimistisch geschätzt wurden", erklärt die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, dass nach fünf Jahren die Gebühren für Wahlgrabstätten, Urnen- und Reihengräber deutlich angehoben werden. Ermäßigungen bei Bestattungen wurden aus der Satzung gestrichen Von Martin Röse

Der Tod kostet nicht nur das Leben, sondern auch Gebühren. Der Viersener Stadtrat hat nun in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Nutzungsrechte für Erd- und Urnengrabstätten deutlich anzuheben. Kein Ratsmitglied stimmte gegen die Gebührenerhöhung.

"Diese Gebühren waren in den vergangenen fünf Jahren nahezu unverändert", erklärt die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Sie steigen jetzt zwar um rund 20 Prozent. Dennoch liege die Stadt Viersen mit ihren erhöhten Gebühren für die Vergabe von Nutzungsrechten an Grabstätten beim Vergleich mit den 2015 geltenden Gebühren im Kreisgebiet sowie den Städten Mönchengladbach und Krefeld "im gehobenen mittleren Bereich", fügte sie hinzu. Nicht erhöht werden jedoch die Gebühren für die Beerdigung selbst (300 Euro in einem Reihengrab) sowie die Nutzung der Trauerhallen (137 Euro).

Mit ein Grund für die steigenden Gebühren: Die Zahl der Beerdigungen auf städtischen Friedhöfen hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Die Fixkosten aber bleiben - und müssen nun auf weniger Gebührenzahler umgelegt werden.

Statt 40 Euro pro Jahr kostet ein Urnenwahlgrab in Viersen nun 47 Euro - eine Steigerung um 18 Prozent. Ein Urnenreihengrab verteuert sich von 39 auf 46 Euro (18 Prozent). 20 Prozent teurer werden Wahlgräber. Ein flaches Wahlgrab kostet statt 39 Euro jetzt 47 Euro, ein tiefes statt 78 Euro nun 94 Euro. Die höchste Gebührensteigerung gibt's bei den Reihengräbern: Der Satz klettert von 38 Euro auf 46 Euro jährlich - ein Plus von 21 Prozent.

Die Stadt erwartet in diesem Jahr Gebühreneinnahmen von knapp 1,5 Millionen Euro; aus Steuergeldern sollen weitere 117.000 Euro in die Finanzierung der Friedhöfe fließen. Hintergrund: Friedhöfe gelten auch als Erholungsraum; entsprechend wird ein Anteil von nun rund zehn Prozent - bislang waren es zwölf Prozent - von der Allgemeinheit getragen.

Eine weitere Änderung beschlossen die Politiker einstimmig: Sie strichen die in den Vorjahren angebotenen Ermäßigungen im Rahmen der Bestattungsgebühren. Die waren eingeführt worden, um zu einer Steigerung bei den Bestattungszahlen zu kommen. Sie haben nicht zu dem erwünschten Erfolg geführt. Lediglich Mitnahmeeffekte konnten festgestellt werden.

Quelle: RP
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