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Viersen
"Stadtarchiv soll in Viersen bleiben"

Viersen: "Stadtarchiv soll in Viersen bleiben"
Das Viersener Stadtarchiv ist nicht nur an Tagen der offenen Tür gut besucht. Heimatforscher und Arbeitskreise von Vereinen treffen sich dort regelmäßig, um an Publikationen zu arbeiten. FOTO: Busch.
Viersen. Für Heimatforscher und Vereine spricht einiges für Viersen als Standort des neuen Kreisarchivs. Der Kreis hat das Angebot gemacht, auch das Viersener Stadtarchiv darin zu integrieren. Die Politiker entscheiden im April Von Daniela Buschkamp

Heinz Prost lebt seit 1958 in Viersen-Süchteln - und seitdem begeistert er sich für die Historie des Ortes. Er hat mehrere Bücher verfasst, organisiert Führungen für Kinder und engagiert sich im Arbeitskreis Legenden des Heimat- und Verschönerungsvereins. Für Prost steht fest: "Meine Arbeit wäre ohne das Stadtarchiv in Viersen nicht möglich gewesen." Dort habe er stets Ansprechpartner und Hilfe gefunden. Nach seiner Ansicht kann es für das Stadtarchiv Viersen in Zukunft nur einen Standort geben - in Viersen selbst.

Albert Pauly, seit 36 Jahren Vorsitzender des Heimatvereins, reklamiert die Kreisstadt als Standort des Neubaus - auch weil "Viersen die meisten Einwohner im Kreis hat". Dazu sei ein Grundstück in zentraler, gut erreichbarer Lage unverzichtbar: "Platz gibt es auch in Mackenstein, aber ein Archiv gehört an einen zentralen Ort."

Dabei stehen hinter dem Standort des Stadtarchivs und auch dem des neuen Kreisarchivs Fragezeichen. Landrat Andreas Coenen (CDU) plant einen Neubau, weil das Kreisarchiv in der Burg Kempen nicht zukunftsfähig ist. Auch eine Sanierung wäre zu teuer. Alle Kreiskommunen außer Viersen und Willich haben ihre historischen Bestände im Kreisarchiv integriert. Beide Städte sollen sich bis 18. März entscheiden, ob sie bei einer großen Lösung dabei sind.

Eine offizielle Stellungnahme von Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) gibt es noch nicht. Nach Informationen unserer Redaktion soll die Verwaltungschefin aber nicht an einer Aufgabe des Stadtarchivs interessiert sein. Auch die Viersener SPD will das Stadtarchiv erhalten, während für die FDP der finanzielle Aspekt entscheidend ist: Die Liberalen würden sich vom Stadtarchiv trennen, wenn es sich lohnt. Allerdings: Die Stadt müsste sich auch nach einer Abgabe an den Kreis an den Kosten beteiligen - über die Kreisumlage. Die CDU-Fraktion hat sich noch nicht positioniert, wie deren Vorsitzender Stephan Sillekens erklärt: "Wir waren überrascht, dass der Kreis das Thema so zeitnah platziert hat." Hintergrund sind Fördermittel in Höhe von 5,1 Millionen Euro, die der Kreis nur nutzen kann, wenn das neue Gebäude bis 2020 steht. Laut Sillekens sei "für Viersen eine Entscheidung im April zeitig genug". Er selbst könne sich ein Kreisarchiv gut in Viersen vorstellen. Die Standortfrage weckt bei allen Kreiskommunen Begehrlichkeiten. Auch der Kempener Bürgermeister Volker Rübo (CDU) würde das neue Archiv gern in seiner Stadt sehen. Die Kreisliberalen haben zudem den Vorschlag eines Kreiskulturzentrums in Grefrath auf den Tisch gebracht. So könnte die Dorenburg, die das Freilichtmuseum beherbergt, aufgewertet werden.

Quelle: RP
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