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Nettetal
Das Rathaus reicht nicht mehr

Nettetal. Immer mehr Mitarbeiter der Verwaltung haben ihre Arbeitsplätze in anderen Gebäuden. Jetzt werden Räume der Volksbank gemietet. Der städtische Stellenplan sieht sieben weitere Jobs vor Von Joachim Burghardt

Der Platz reicht längst nicht mehr: "Wenn alle Mitarbeiter hier im Rathaus ihre Arbeitsplätze hätten, müssten manche Schreibtische auf den Fluren stehen", erläuterte Christian Wagner. Solche Zustände möchte Nettetals Bürgermeister weder den Mitarbeitern der Verwaltung noch den Besuchern im Rathaus zumuten. Um die Platzprobleme in den Griff zu bekommen, wurde das "Raumkonzept Rathaus" entwickelt, das Wagner in der Sitzung des Rates am Dienstagabend darlegte.

"Den Bürgern kann man kaum vernünftig erklären, warum so eine kleine Stadt so viele Mitarbeiter in der Verwaltung haben muss, dass der Platz im Rathaus nicht reicht", meinte ein CDU-Ratsherr am Rande der Sitzung. Zumindest versuchten Bürgermeister und seine Mitarbeiter genau das, nämlich zu erläutern, warum gar nicht alle Kollegen im Rathaus arbeiten können oder müssen.

"Wir wollen sieben neue Stellen schaffen, darunter vier im Rettungsdienst", kündigte Michael Menzel, Leiter des NetteService, an - und schilderte damit ein Beispiel dafür, dass nicht alle städtischen Mitarbeiter mit Verwaltungsaufgaben befasst sind. Rettungssanitäter etwa haben, wo sonst, in der Rettungswache ihren Arbeitsplatz. So wie Mitarbeiter der Schulsekretariate ihre Schreibtische in den Schulen haben, und Erzieherinnen in den Kindergärten wirken, also nicht im Rathaus.

Genau dort aber, im Rathaus, ist die Verwaltung mit verschiedenen Fachbereichen angesiedelt. Der Platz im Gebäude bleibt gleich, aber die Zahl der Mitarbeiter wurde im Laufe der Jahre aufgestockt. Etwa 2012, als die Stadt ihr eigenes Jugendamt gründete, aber damals im Rathaus gar keinen Platz für diesen Fachbereich hatte. So wurden dann im benachbarten Gebäude der Sparkasse Krefeld Räume angemietet. Nicht zum ersten Mal übrigens: In der Lobbericher Filiale des Kreditinstituts sind auch Räume der NetteKultur und Sitzungszimmer von Fraktionen untergebracht.

Nicht allein personelle Aufstockungen verursachen die Platzprobleme, sondern auch Umstrukturierungen in der Verwaltung, neu geschaffene Fachbereiche etwa oder andere Zuordnungen von Abteilungen untereinander: Es habe keinen Sinn, sagte der Bürgermeister, dass Mitarbeiter eines Bereichs überall im Rathaus verteilt seien. Technische Zuordnungen und Vernetzungen spielen eine Rolle - und so wird jetzt aus praktischen Gründen eine ganze Abteilung ein paar hundert Meter weiter in ein anderes Gebäude umziehen.

"Platz für 17 bis 20 Arbeitsplätze" bietet laut Wagner die Etage in der Volksbank, die die Stadt ab August anmieten wird. Dort werden künftig Mitarbeiter des NetteService wirken, "die bei ihren Aufgaben weniger Publikumsverkehr haben", sagt Wagner.

Bereichsleiter Menzel, der in der Verwaltung mit fürs Personal zuständig ist, hob zudem hervor, dass man auch Platz für Auszubildende brauche: "Wir haben 15 Auszubildende beziehungsweise Jahrespraktikanten." Während die Ausbildungsquote bei den Kommunen in NRW sehr niedrig sei, könne man "in Nettetal eine sehr gute Quote vorweisen".

Quelle: RP
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