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Narrenakademie
Doktorhut für Konrad Adenauer

Viersen. Zum 40. Kreuzherrenessen hatten sich die Dülkener Narrenakademiker eine besondere Ehrung ausgedacht: Der Titel Doctor humoris causa sollte Konrad Adenauer verliehen werden. Nein, nicht dem ersten deutschen Bundeskanzler, denn der hatte ihn bereits 1961 erhalten, konnte ihn aber damals nicht persönlich annehmen. Dies aber konnte jetzt sein Enkel, der 71-jährige Kölner Notar gleichen Namens. Angekündigt hatte ihn Rector magnificus Volker Müller als "vielbelesenen Mann". So waren die rund 80 Herren - Senatoren, Doctores, korrespondierende Mitglieder und einige Gäste wie Landrat Andreas Coenen, sein Vorgänger Christian Vollert, Günter Weinforth und Pfarrer Rainer Thoma - sehr gespannt.

Der Rector stimmte ein Loblied auf die Kölner an, deren Humor eine Lebensleistung sei und deren Klüngel die "letzte Bastion einer Kommunikation". Dann bat er den Rector magnificus vicarius Arie Nabrings, der durch seine Tätigkeit in Köln gut mit Adenauer bekannt ist, die Laudatio auf den Gast zu halten. Nabrings begrüßte den 1945 in Bad Honnef als einen von 24 Enkeln des ersten Bundeskanzlers geborenen Notar a.D. herzlich und verlas dessen gesellschaftlichen Lebenslauf vom Kölner Ratsmitglied über Mitgliedschaft in mehr als 100 Vereinen. Er habe den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung, seine Hobbys seien Kunst und Geschichte und er selbst größter Fan seines Großvaters.

Dann bat der Rector magnificus zum Namensappell und stellte anschließend fest, dass genügend Weisheit vorhanden sei, um die Promotion vorzunehmen. Die drei Fragen zur Promotion beantwortete Konrad Adenauer ausführlich und auf die Hintergründe eingehend. Auf die erste Frage zum Orden in seiner vielfältigen Auslegung und speziell zum Deutschen Orden spann Adenauer den geschichtlichen Faden vom ersten Kreuzzug bis zur Jetztzeit, in der er selbst Mitglied des Ordens ist.

Die zweite Frage betraf die Schwierigkeit des Erbens zugunsten einer Stiftung, die der Notar anhand seiner Arbeit in der Herz-Stiftung des Kölner Klinikums erläuterte. Und die dritte Frage nach dem Trinkgefäß zur Hochzeit in Kanaan, warum das erst bei Hildegard von Bingen und nachher im Haus von Goethe landete, meinte Adenauer: "Das ist närrisches Grundwissen eines Kölners."

Dann berichtete er noch über die Schwierigkeiten bei der Stiftung "Konrad-Adenauer-Haus" in Rhöndorf. Doch so weit sei sie gediehen, dass das Haus am 19. April 1917 von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet werden solle. Unter dem Beifall aller Anwesenden setzte Volker Müller dem Doktoranden, der seine Prüfung glänzend bestanden hatte, den Doktorhut auf, Secretarius Wilfried Steffestun verlas die Urkunde und dann drängten sich alle, dem neuen Doctor humoris causa zu gratulieren. Ingrid Flocken

Quelle: RP
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