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In Der Badewanne
Drei Jahrzehnte Renn-Spaß auf der Niers

In Der Badewanne: Drei Jahrzehnte Renn-Spaß auf der Niers
Der Kreativität der Teilnehmer sind beim Badewannenrennen auf der Niers seit 30 Jahren keine Grenzen gesetzt - hier ein Bild aus dem Jahr 2009. Start ist an der Ecke Grenzweg/Reiherweg zwischen Anrath und Viersen. FOTO: Stefan Finger
Viersen. Der Anblick der alten Fotos löst Gelächter aus. "Das ist Bernd, und das bist du zusammen mit Rita in einer Wanne", sagt Marlies Pasch, stupst Elisabeth Hügens an. Der Tisch im Garten der Familie Hügens ist übersät mit Fotos, von denen die ältesten 30 Jahre alt sind. Denn genau 30 Jahre ist es her, als das erste Badewannenrennen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Anrath stattfand. Seit dieser Zeit steht der zweite Sonntag im August für eine ganz besondere Gaudi.

"Wir hatten damals Kontakt zur Landjugend Bockum-Hövel, die seinerzeit schon Badewannenrennen auf einem Flüsschen veranstaltete", erinnert sich Pasch. "Wir sind selber mit zwei Wannen hin, hatten einen mordsmäßigen Spaß und haben uns gedacht, das könnten wir auch bei uns daheim auf der Niers machen" Die KLJB Anrath machte sich ans Werk - 1988 lief das erste Rennen. Allerdings hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht mit einer solchen Menge von Besuchern gerechnet. "Vom Auto aus haben wir Frikadellen und Getränke verkauft. Dazu haben wir auf einem kleinen Dreibeingrill Würstchen gebraten. Wir waren gar nicht auf so viele Besucher eingerichtet und haben daher am laufenden Meter weitere Getränke und Würstchen besorgt", erzählt Ludger Hügens.

In diesem Jahr feiert die KLJB Anrath nun drei Jahrzehnte Wasserspaß, wobei es heute teilweise die eigenen Kinder sind, die das Spektakel organisieren, das die Eltern damals ins Leben gerufen haben. "Am 13. August läuft alles wie immer. Wir hoffen, dass sich in unserem Jubiläumsjahr viele mit ihren Badewannen-Konstruktionen am Rennen beteiligen, damit es wirklich ein buntes Jubiläum wird", sagt Katharina Gather.

Mitmachen darf jeder, der schwimmen kann und die allgemeinen Anforderungen der Internationalen Vereinbarungen für Badewannen auf öffentlichen Gewässern (IVB) einhält. So muss eine Badewanne in der Konstruktion vorhanden sein, wobei diese höchstens 1,50 Meter breit sein und maximal 50 Zentimeter tief im Wasser liegen darf. Dies liegt an der geringen Tiefe der Niers. Es dürfen keine Original-Bootsteile verbaut werden. Die Fahrer, maximal zwei, haben ihre Wanne durch Muskelkraft zu bewegen. Pflicht ist es, eine Boje am Schwimmobjekt zu befestigten. Denn sollte die Badewanne untergehen, muss man sie wiederfinden können.

"Aktuell liegen acht Anmeldungen vor", berichtet Pia Pasch vom Vorstand. Teilnehmer können sich per E-Mail (kljb.anrath@web.de) anmelden, die Startgebühr beträgt zehn Euro. Das Alter der Starter spielt keine Rolle. Die KLJB Anrath läutet das erste Rennen am 13. August gegen 11 Uhr ein. Traditionell geht es mit der einfachsten Variante los, nämlich 200 Meter stromabwärts. Jeweils zwei Badewannen treten gegeneinander an. Wenn alle das Ziel erreicht haben, folgt die Kraftanstrengung, ebenfalls in Zweiergruppen, stromaufwärts - allerdings nur 100 Meter. Denn auch wenn die Niers so harmlos aussieht: Strömung hat sie. Bei beiden Rennen werden die Zeiten gemessen und addiert, um den Sieger zu ermitteln. Wettkampf Nummer drei ist das K.-o.-Rennen. Hierbei treten alle Teilnehmer gleichzeitig an. Auf 200 Metern stromabwärts ist alles erlaubt, wofür es bei den vorausgehenden Rennen ordentlich Strafsekunden gibt. Die Starter dürfen sich gegenseitig behindern. Wer als Erstes durchs Ziel rauscht, hat gewonnen. Die Zuschauer spielen wichtige Rolle. Sie prämieren nämlich die schönste Wanne. Preise gibt es natürlich auch. Bianca Treffer

Quelle: RP
 
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