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Niederkrüchten
Familien Zeit füreinander geben

Viersen. Wenn Geschwisterkinder sagen "Ich möchte auch behindert sein, damit ich geliebt werde", zeigt das ihre ganze Not. Kerstin und Marc Hemmersbach aus Geldern möchten diesen Kindern und ihren Eltern ermöglichen, Zeit gemeinsam zu verbringen, um wieder neu zueinander zu finden. Am Campingforst Laarer See steht genau dafür ein nagelneuer Wohnwagen der Dethleffs-Family-Stiftung. "Träume für Kinder" heißt das Projekt der Familie Hemmersbach, die selbst schicksalhafte Erfahrungen verarbeiten musste und die das Projekt ins Leben gerufen hat.

In vielen Familien erkrankt ein Kind schwer, erleidet einen schweren Unfall oder die Eltern haben den Verlust eines Kindes zu beklagen. Die gesunden Geschwisterkinder tragen die für die ganze Familie schwere Situation mit, erleben, wie das erkrankte Geschwisterkind immer im Mittelpunkt steht. "Das gesunde Kind steht bei unserem Projekt im Vordergrund", erklärt Hemmersbach. "Nach Berichten gibt es zwei Millionen betroffene Geschwisterkinder, die leiden. Und die Zahl steigt."

Die Familie wandte sich an den Wohnwagenhersteller Dethleffs, die in der firmeneigenen Family-Stiftung seit elf Jahren bedürftigen Familien Urlaub im Wohnwagen ermöglichen. Hannelore Gröber vom Stiftungsvorstand sowie die Projektassistentinnen Simone Ludwig und Sylke Roth freuten sich, für "Träume für Kinder" auf dem Campingforst Laarer See einen voll ausgestatteten kinderfreundlichen Wohnwagen mit Vorzelt bereitstellen zu können. Der Camper ist mit bis zu sieben Schlafplätzen groß genug für eine Familie. Das Vorzelt ist mit einem stabilen Boden versehen. Familie Hemmersbach stellte einige Gesellschaftsspiele zur Verfügung. Bewusst wurde auf ein TV-Gerät im Wohnwagen verzichtet. Auf dem Campingplatz gibt es auch kein W-Lan. So hat eine Familie Ruhe, sich zu finden und gemeinsam Zeit zu verbringen und die Kinder können auch die Natur genießen, sich auf dem Spielplatz austoben, Freunde finden.

"Für betroffene Familien ist es oft schwer, eine Auszeit vom Alltag zu bekommen. Es gibt große Armut in vielen Familien, da die Betreuung und Versorgung eines schwer erkrankten Kindes viel Zeit und vor allem Geld kostet", sagt Marc Hemmersbach. Eine Woche kann eine Familie in dem Wohnwagen verbringen, nach Absprache eventuell auch länger. Familien können sich über Vereine oder Kliniken mit dem Paar für das Projekt "Träume für Kinder" in Verbindung setzen. Es wird geprüft, ob eine Familie in Betracht kommt, und es werden Fragen zur Erkrankung eines Kindes gestellt. Das Angebot gilt für ganz Deutschland. "Allerdings gehen wir davon aus, dass sich zunächst Familien aus der näheren Umgebung melden werden, die unter Umständen schnell eine behandelnde Klinik erreichen können müssen", so Marc Hemmersbach.

Die Platzbetreiber Dina und Georg Bettinger wollten sich zunächst einen Eindruck von dem Projekt und den Initiatoren verschaffen. "Wir finden die Idee gut", sagen die beiden.

Zur Überraschung von Marc und Kerstin Hemmersbach, die ehrenamtlich das Projekt "Träume für Kinder" ins Leben gerufen haben, teilten die Campingplatzbetreiber ihnen nun mit, dass sie als ihre Beitrag dazu die Platzpacht für den Wohnwagen spenden. "Wir stehen auch jederzeit als Ansprechpartner bereit, wenn die Familien hier Probleme haben oder Hilfe benötigen", bietet Georg Bettinger an.

"Danke schön", sagt Familie Hemmersbach erfreut. Die erste Familie wird in der zweiten Herbstferienwoche den Wohnwagen am Laarer See nutzen. (bigi)

Quelle: RP
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