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Spannend
Mördern, Schurken und Schlawinern in Dülken auf der Spur

Viersen. Regen Zuspruch fand der dritte literarische Stadtrundgang durch Dülken - mit Krimiautorin Jutta Chrisanth und der Fachfrau für kulturhistorische Stadtführungen, Angela Klein-Kohlhaas: Über 70 Interessierte hatten sich am "Brunnen der Vier Winde" eingefunden, um neben den "mörderischen" Dülkener Geschichten auch etwas über die Historie des geschichtsträchtigen Viersener Stadtteils zu erfahren.

Gleich zu Beginn erzählte Klein-Kohlhaas von der Entstehungsgeschichte des Brunnens am Alten Markt und über seinen Bezug zu Dülken. Als Kunsthistorikerin fehlten natürlich auch Einzelheiten zum Erschaffer des Brunnens, dem Düsseldorfer Künstler Kurt Sandweg, nicht. Vor den Toren der Kirche St. Cornelius erlebten die Zuhörer die erste Krimi-Geschichte über eine Schurkin. Tatort: Der Dülkener Wochenmarkt. Einige Marktbeschicker erleiden grausige Tode, die durch eine Mixtur von erlesenen und selbstangebauten Giften erfolgen. Eine garstige und neidische ältere Dame, die das bunte und fröhliche Markttreiben nicht aushalten kann, beschließt, sich der Konkurrenten auf diese Weise zu entledigen. Natürlich kommt ihr die Dülkener Polizei letztendlich auf die Schliche, obwohl ihre Giftmorde schon nahe an das berühmte perfekte Verbrechen herankommen.

Die nächste Mordetappe ist am Peterboroughplatz. Dort erfahren die Zuhörer einiges über die Mevissen-Flachsspinnerei, die in Dülken zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen hatte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. Das alte Fabrikgebäude befindet sich heute noch am Westwall/Ecke Venloer Straße und steht als Industriedenkmal unter Schutz. Die dazugehörige Krimi-Geschichte war skurril und auch ein wenig blutrünstig.

Klein-Kohlhaas berichtete vom Arbeitsalltag der Flachsarbeiter, zu denen auch schon kleine Kinder gehörten, über die schweren Arbeitsbedingungen und die äußerst niedrige Lebenserwartung der Menschen. Am alten Schwimmbad begegnet man historisch gesehen der Badekultur des letzten Jahrhunderts und stellt verwundert fest, dass Baden und Duschen noch nicht allzu lange zum täglichen Leben des "Normalbürgers" gehören. Auch öffentliche Badeanstalten waren damals noch etwas Besonderes. Natürlich durften dort keine Dülkener "Badeunfälle" fehlen, und es zeigten sich menschliche Abgründe, tiefer als jedes Schwimmbecken: Besser, man erregt nicht den Unmut der weiblichen Dülkener Bevölkerung - man könnte sonst bei einem Badeunfall im Ransberg auf unnatürliche Weise ableben. Letzte Station des literarischen Stadtrundgangs war der Mühlenberg, wo sich die Polizeistation befindet. Hier fand der Rundgang einen "blutigen" Abschluss, in dem eine Axt und ein Elektrohäcksler eine Rolle spielten - Sonderangebote aus einem Werbeprospekt, die Chrisanth zur Geschichte um einen verzweifelten Ehemanns inspirierten. Um das Ende des Rundgangs perfekt zu machen, hatte sich Klein-Kohlhaas ins Polizeiarchiv aufgemacht, den Teilnehmern von den spektakulärsten Kriminalfällen in Dülken zu erzählen. paka

Quelle: RP
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