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"mayors For Peace"
Stadt Viersen zeigt Flagge gegen Atomwaffen

Viersen. Zum ersten Mal hat die Stadt Viersen gestern die grüne Flagge von Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden) vor dem Rathaus gehisst - und damit an einen Spruch des Internationalen Gerichtshofs erinnert, wonach Atomwaffen nicht mit dem Kriegsvölkerrecht vereinbar sind. Das Netzwerk fordert mit der fünften Auflage des Flaggentags erneut, dass Verhandlungen für ein ausnahmsloses Verbot von Atomwaffen fortgesetzt werden. Im Februar 2016 hatten die Mitglieder des Viersener Stadtrats mit großer Mehrheit zugestimmt, dass Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) diesem Bündnis beitritt. Diesen Antrag hatte die Viersener Gruppe "Pax Christi" gestellt. Die Gruppe um Heinz Liedges hatte im August 2015, zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs, 162 Unterstützer gefunden, die sich gegen Atomwaffen aussprachen. Diese Unterschriften hatten sie an den damaligen Bürgermeister Günter Thönnessen (CDU) übergeben und den Beitritt zum Bündnis Mayors for Peace vorgeschlagen.

Was verbirgt sich hinter dieser Initiative, zu der weltweit 7.095 Bürgermeister gehören? Allein in der Bundesrepublik gibt es 483 Mitglieder, neben der Landeshauptstadt Düsseldorf gehören etwa Berlin, Köln, Mönchengladbach, Neuss oder Stuttgart dazu. Vor 20 Jahren, am 8. Juli 1996, stellte der Internationale Gerichtshof in Den Haag - das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen - fest, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen mit den Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts unvereinbar sind. Das Gutachten ist, so eine Erklärung der Mayors for Peace, "zwar nicht bindend, aber dennoch von großer Bedeutung: die Staaten der Weltgemeinschaft werden an ihre völkerrechtliche Verpflichtung gemahnt, ernsthafte Verhandlungen zur Beseitigung von Kernwaffen aufzunehmen". Mit dem Hissen der Flagge erinnern die Mayors for Peace an diese völkerrechtliche Verpflichtung und setzen ein Zeichen für weitere Verhandlungen, die zur Abschaffung der Atomwaffen führen sollen.

Anfang August könnte die Flagge erneut gehisst werden: Dann jähren sich die Tage, an denen die ersten Atomwaffen abgeworfen wurden. Am 6. August 1945 detonierte am Morgen über der japanischen Stadt Hiroshima die erste Atombombe. Hinter dem Namen "Little Boy" verbarg sich eine Bombe mi einer Zündkraft von 12.500 Tonnen Sprengstoff. Die Hitzeentwicklung war so groß, dass Menschen regelrecht verdampften. Bis zu 200.000 Männer, Frauen und Kinder starben durch diesen Angriff - viele erst an den Folgen der radioaktiven Strahlung; dazu gehörten Ausbruch von Leukämie und Krebs. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört. Nur drei Tage später folgte der zweite US-amerikanische Atomwaffenabwurf: Diesmal über der Stadt Nagasaki, rund 74.000 Menschen fanden den Tod. Nach den Atombombenabwürfen erklärte Japan seine Kapitulation. busch-

Quelle: RP
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