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Kultur-Quartett
Tango tanzen auf dem Gereonsplatz

Viersen. Von Angela Wilms-Adrians

Die Leichtigkeit eines unbeschwerten Sommerabends lag über dem neu gestalteten Gereonsplatz, während eine Musik voller Leidenschaft, Glut und Melancholie erklang. Hier wurde Tango unter freiem Himmel getanzt. Auf der eigens eingerichteten Tanzfläche fanden sich leidenschaftliche Tänzer und auch Anfänger ein, die behutsam das Gegeneinander von schleichenden Gehschritten und zackigen Bewegungen probierten. Die Tische vor dem angrenzenden Café und der Pizzeria wurden zu begehrten Logenplätzen mit Blick auf die Tanzfläche.

Zum Tango eingeladen hatten das Freigeist, das Kultur-Quartett Viersen und Volkmar Hess. Der Betreiber vom Dülkener Haus des nostalgischen Klangs und Initiator vom Kultur-Quartett beobachtete still lächelnd und geschützt vom luftigen Sonnenhütchen das Treiben. Zwischendurch legte er liebevoll alte Schellack-Platten aus den 1920er- und 1930er-Jahren auf. "Die Platten sind Kulturträger und -botschafter dieser Musikrichtung", begeisterte sich Hess.

Der Tango-Abend ist Teil des Programms, mit dem das Kultur-Quartett der Ortsteile Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim bis zum 3. Dezember einen Mix aus Musik und Tanz, Spiel, Literatur, Theater, Film und Kulinarischem anbietet. "Uns ist wichtig, dass alle diese Veranstaltungen mit einer Ausnahme kostenlos sind", betonte Hess, der sich sehr über den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer und die Unterstützung durch Sponsoren freute.

Maria Reinfahrth liebt Boogie, Standard Latein und den Tango Argentino. Mit Tanzpartner Hans Büschgens gehörte sie zu den Eisbrecher-Paaren, die zu Anfang anderen Mut machten, mitten in der Stadt zu tanzen. Beim Blick auf die gut gefüllte Tanzfläche stellte sie später fest: "Vom Nicht-Tango-Tänzer bis zum Profi sind alle mit ihren individuellen Stilen vertreten."

Einige hatten sich zuvor ihr Rüstzeug im Freigeist geholt, wo an jedem vierten Sonntag im Monat zum Tango gebeten wird. Wer Anregung sucht, findet sie dort montags bei der Argentinierin und studierten Romanistin Monique Dundray. Sie erzählte: "In den 1970er-Jahren war der Tango in meiner Heimat gestorben. Er musste auch in Argentinien wiederbelebt werden."

Als Dundray zum Tango fand, wohnte sie bereits in Deutschland. In Workshops - auch in der Heimat - vertiefte sie die Leidenschaft. Nun half sie Hess, die Platten aufzulegen, hatte ein Auge auf die Tanzfläche und frönte natürlich auch selbst ihrer Leidenschaft. Mit Freude schwärmte sie: "Sie können in Alaska und auf Feuerland Tango tanzen. Warum also nicht auch in Viersen? Die Hochburg des deutschen Tangos ist zwar nicht hier, sondern eher in Köln und Berlin. In Viersen ist es klein, aber fein."

Quelle: RP
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