| 00.00 Uhr

Erinnerung
Treffen 75 Jahre nach dem Abitur

Viersen. Der 94-jährige Peter Giesen hat es geschafft, seine ehemaligen Mitschüler, die vor 75 Jahren am 11. März 1941 das Humanistische Gymnasium beendeten, zu einem Klassentreffen im Stadtarchiv - das ja in der Turnhalle des Gymnasiums beheimatet ist - zu begrüßen. Von den sieben, die die mündliche Abitur-Prüfung abgelegt hatten, sind fünf im Krieg gefallen, Günter Eulenpesch starb 2014, so dass nur noch Hans Winz übrig blieb, den seine Tochter zum Treffen brachte.

Die übrigen hatten - da bereits zur Wehrmacht eingezogen - ein "Abgangszeugnis mit Reifevermerk" erhalten. Neben Peter Giesen und Hans Winz kamen Will Brüll, Albert Peiseler, Max Lingenbrinck, August-Wilhelm Tomberg und Harry Grieß. Alle vereint noch heute die Verehrung für ihren ehemaligen Direktor Matthias Kapelle, der am 1. April 1934 seines Amtes enthoben wurde, weil er sich gegen Anordnungen des neuen Regimes auflehnte.

Und alle erinnern sich an ihren "wunderbaren Lehrer" für Griechisch und Lateinisch. "Kapelle wurde als Person des öffentlichen Lebens vernichtet", stellte Stadtarchivar Marcus Ewers fest. Und auch ein weiterer Lehrer ist allen in guter Erinnerung: "Ernst Klusen kam bis zu seinem Tod regelmäßig zu den Klassentreffen." Giesen gab Anekdoten aus seinem Schülerleben zum Besten und Max Lingenbrinck verlas ein eigenes Gedicht als Dank an Peter Giesen.

Zurzeit sind die ehemaligen Schüler des Humanistischen Gymnasiums dabei, eine Chronik ihrer Zeit an der Schule zu erarbeiten. Sie soll im Mai dem Stadtarchiv überreicht werden, sehr zur Freude von Ewers, der bedauerte, dass "Schulen heute so wenig auf Tradition Wert legen". (flo)

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Erinnerung: Treffen 75 Jahre nach dem Abitur


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.