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Einfach Tierisch
Waldi und Mieze erhalten kirchlichen Segen

Viersen. Was für ein tierisch guter Morgen im Schatten der Kapelle St. Konrad: An der Niers trafen sich Vierbeiner, Kinder, Hundebesitzer und deren Freunde. Rund 80 Hundeliebhaber waren mit ihren Tieren in die Konrad-Kapelle zur Tiersegnung gekommen, auch einige Katzen waren darunter.

Rasch wird an diesem Morgen deutlich, dass Tiere wortlos, aber nicht sprachlos sind. Sie schienen zu spüren, dass es eine ganz andere Streicheleinheit war, die ihnen da für rund 35 Minuten zuteil wurde.

Unter dem Titel "Streicheleinheit" hielt Pfarrer Helmut Finzel den Wortgottesdienst. Diese so geliebten Streicheinheiten wurden von Frauchen und Herrchen auch noch während der Feier verteilt, wobei die Aufmerksamkeit der gut 50 Hunde doch eher den Worten des Pfarrers galt, der sichtlich Freude an diesem tierischen Freiluftgottesdienst hatte.

Gebellt wurde kaum. Doch auch die Mädchen und Jungen, die ihre Kuscheltiere mitgebacht hatten, konnten für ihre Stofflieblinge Gottes Segen erhalten. Einige Kinder hatten ihre Stofftiere sogar vor dem kleinen Altar abgelegt. Keine Überraschung, dass dieser Altar zu einem beliebten Fotomotiv an diesem Morgen wurde. Jan-Leon und Anton gehörten dazu. Sie hatten ihren Teddy und ihre Ente dabei; beide Schmusetiere wurden wie ein kleiner Goldschatz gehütet. Auch der fünfjährige Tamino war richtig stolz auf seine putzige Schnecke, die schlafend diesen tierischen Gottesdienst erlebte.

Ebenfalls mit dabei: Wolfgang Genenger aus Süchteln. Er ist nicht nur bekannt als ein engagierter und hochdekorierter Schütze sowie auch als St. Martin und St. Nikolaus, sondern eben auch seit mehr als einem Jahrzehnt Hundebesitzer. Er war mit seiner Frau und der elfjährigen Jack Russel-Hundedame Paula an die Kapelle an der Niers gekommen. Und Paula genoss den herbstlichen Ausflug vollends, als wollte sie sagen: "Seht her, ich bin ein erfahrener Gottesdienstbesucher".

Tiergottesdienste haben in Viersen Tradition. Diese Art von Gottesdiensten fanden etwa statt auf einem Bauernhof in Helenabrunn, aber auch in St. Cornelius in Dülken, der größten Pfarrkirche im Bistum Aachen.

Mit dem Lied "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind" wurde der Tiersegnungsgottesdienst eröffnet. Tierisch gut und sehr souverän bewiesen die Vierbeiner, dass "Erziehung" auch für sie kein Fremdwort sein muss. Und auch Weihwasser vertrugen die Tiere gut: Kaum ein Hund schüttelte sich nach seiner Einzelsegnung, die Pfarrer Finzel mit viel Freude zelebrierte.

Als am Ende "Ein Danklied sei dem Herrn für alle seine Gnade" angestimmt wurde, da hatten auch Bello, Fifi und Boomer verstanden. Ihr spontanes Schwanzwedeln konnte man durchaus auch als ein "Danke schön, Hochwürden" deuten. Der Hund ist eben der sechste Sinn des Menschen, wie einst Friedrich Hebbel schon festgestellt hat. Ob es im kommenden Jahr eine Neuauflage der Tiersegnung gibt, ist noch nicht entschieden. Manfred Baum

Quelle: RP
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