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Handwerk
Zunftgelage zu Ehren von St. Eligius

Handwerk: Zunftgelage zu Ehren von St. Eligius
Nachtwächter André Schmitz erzählte Geschichten. FOTO: Knappe
Viersen. Traditionell begeht die bald 600 Jahre alte Dülkener St. Eligius-Bruderschaft den 1. Dezember, den Todestag ihres Patrons Bischof Eligius, mit einem Zunftgelage.

Zu Ehren des Schutzpatrons aller Schmiede sagte Kai Reiners, Auszubildender bei der Firma Waters, den Kerzenspruch auf und reichte den schweren Schmiedehammer herum, den alle küssten. Zunftmeister Norbert Hoffmann begrüßte im gut besuchten Kolpinghaus als Ehrengäste CDU-Ortsbürgermeisterin Simone Gartz, Hauptbrandmeister i.R. Josef Wilms, "unseren Schutzengel", Nachtwächter André Schmitz und Pastor Jan Nienkerke, der am Morgen die Messe mit den Schmieden gefeiert hatte und ihnen nun für ihr "Engagement für die Gemeinschaft" dankte. Dieses reichte im vergangenen Jahr vom Kindertag bis hin zum Treckertreff im Freilichtmuseum Dorenburg.

In diesem Jahr steht zudem noch die Teilnahme am Dülkener Weihnachtstreff am dritten Advent-Wochenende an.

Nach dem Gedenken an drei verstorbene Zunftbrüder und zwei Ehrenmitglieder ehrte Norbert Hoffmann Dirk Kitschen und Frank Waters für ihr jeweiliges 25-jähriges Meisterjubiläum mit einer Urkunde.

Dann ergriff André Schmitz das Wort und unterhielt mit spannenden Erzählungen über die Dülkener Nachtwächter. Diese mussten unter anderem früher auf die Schmieden und die Feuer darin aufpassen - vielleicht waren sie somit sogar Schuld an dem verheerenden Brand im Jahr 1553, als ein Drittel der Dülkener Häuser abbrannte. Interessant für alle war die Statistik: Im Jahr 1806 gab es in Dülken zwei Kupferschmiede, acht Hufschmiede, einen Goldschmied und zwei Schlosser. Schmitz zeigte deren Arbeiten in Dülken: den Brunnen auf dem Eligiusplatz, die wertvollen Platten an der Cornelius-Kirche und das 1491 hergestellte Türschloss des ehemaligen Kreuzherrenklosters.

Zum Abschluss gab es noch eine schlechte Nachricht: Denn das traditionelle "Schmiedekotelett" der armen Schmiede, den eingelegten Salzhering, gab es nicht. Norbert Hoffmann hatte nirgends mehr welche bekommen.

So wurden kurzerhand zwei Matjes-Heringe als "Schmiedesteak"serviert. flo

Quelle: RP
 
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