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Niederkrüchten
Stipendium der Stadt Köln für Sebastian Polmans

Niederkrüchten. Der Niederkrüchtener Schriftsteller Sebastian Polmans erhält das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln. Fünf Förderstipendien vergibt die Stadt in den Bereichen Literatur, Musik, Bildende Kunst, Medienkunst sowie Jazz/Improvisierte Musik, sie sind mit je 10 000 Euro dotiert. In der Sparte Literatur wählte die Jury aus 18 Bewerbern Sebastian Polmans aus. Im September erfolgt die offizielle Verleihung des Stipendiums bei einer Lesung.

In der Begründung der Jury heißt es: "Der Schriftsteller Sebastian Polmans erkennt das poetische Potenzial des Alltäglichen, und er bringt es mit großer Präzision in eigenwillige und anziehende Sätze. Er schreibt Prosa und Lyrik, und immer geht es ihm um den Moment, da etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, aus dem Lot. Es geht um den Augenblick, da etwas neu wird." Mit Blick auf Polmans' Roman "Junge", der bei Suhrkamp erschien und für den Polmans 2011 den Jürgen-Ponto-Preis erhielt, heißt es, Polmans Sprache sei sinnlich, er erzähle leise und souverän.

"Polmans blickt mit großer Genauigkeit auf die Bewegungen seiner Figuren, auf die Irritationen, die die Umwelt in ihm auslösen. Er folgt ihnen mit ungebrochener Aufmerksamkeit an einen Punkt, an dem Ungewissheit in Freiheit mündet. Diesen Punkt nennt man Selbstbewusstsein", so die Jury. Der 1982 geborene Autor studierte Geistes- und Musikwissenschaften. Neben Musikveröffentlichungen als Rap- und Jazzmusiker veröffentlichte er den Roman "Junge" und den Gedichtband "Unser Tattoo".

Derzeit arbeitet Polmans mit der Singer/Songwriterin Sophie an Liedern für das Bandprojekt "Leo & the Lilytree" und schreibt an einem neuen Roman. Für diesen greift er die Geschichte von Maria Magdalena auf, die zwei Kinder von Jesus bekommen haben soll. Polmans erzählt aus der Perspektive der Tochter Jesu, Sara Tamar. Wann dieser Roman fertig sein wird, ist noch nicht klar. Er habe sich keine Deadline gesetzt, sagt Polmans: "Möglich, dass das wie bei ,Junge' in einem halben Jahr geschrieben ist, aber es kann auch sein, dass es zwei oder drei Jahre dauert.

" Daher sei das Stipendium "eine beruhigende Stütze".

(biro)
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