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Viersen
Streit um Rückschnitt von alten Bäumen

Viersen: Streit um Rückschnitt von alten Bäumen
Sie befürchten, dass dieser Baum an der Josefskirche zu stark gekappt wurde: Almut Grytzmann-Meister und Volker Brehme vom Viersener BUND. FOTO: Busch
Viersen. Naturschützer sorgen sich um vier Bäume an der Josefskirche: Diese sollen zu stark gekappt worden sein. Die Kirche als Auftraggeber widerspricht: Sie habe aus Sicherheitsgründen handeln müssen Von Daniela Buschkamp

Almut Grytzmann-Meister ist entsetzt über den Zustand von drei Linden und einer Pyramidenpappel an der Josefskirche: "Diese Bäumen sind zu stark zurückgeschnitten worden", meint die Vertreterin der Viersener Ortsgruppe des BUND. Sie zeigt sich "entsetzt" über das Aussehen der alten Bäume. Gemeinsam mit Volker Brehme fürchtet die Naturschützerin, dass die Äste und Triebe derart stark gekappt worden, dass die Bäume auf Dauer Schaden nehmen könnten. Deswegen hat Grytzmann-Meister die Stadtverwaltung Viersen eingeschaltet und etwa mit der Technischen Beigeordneten Beatrice Kamper ein Gespräch geführt. Danach sagt Grytzmann-Meister: "Es wäre schön, wenn diese vier alten Bäume stehen bleiben können - auch nach der Umgestaltung rund um die Josefskirche."

Die Stadtverwaltung hat ein neues Konzept entworfen, wie die Josefskirche und ihr Umfeld künftig aussehen sollen. Bereits bei einer Bürgerversammlung 2015 waren etwa schlechte Beleuchtung, zu wenig Parkplätze und ein vernachlässigter Gesamteindruck bemängelt worden. Die Einzelheiten werden am morgigen Donnerstag öffentlich vorgestellt. Das Vorhaben gehört zu den Entwicklungsmaßnahmen für die Südstadt. Damit soll der gesamte Stadtteil aufgewertet werden. Möglich ist dies durch eine Förderung des Landes NRW.

Zählt bereits das Kappen der vier Bäume zu den ersten Vorbereitungen für die Umgestaltungen auf dem Gelände? "Nein", sagt Wolfgang Gemenger. Er ist Verwaltungsmitarbeiter der Bau und Liegenschaften von St. Remigius. "Diese Bäume mussten aus Sicherheitsgründen gekappt werden", betont Gemenger. Er habe deshalb eine Fachfirma damit beauftragt. "In den Bäumen befand sich viel Totholz. Die Äste waren so lang, dass sie teilweise bereits mit dem Gehölz verbunden waren", so der Verwaltungsmitarbeiter. Aus Gründen der Verkehrssicherheit habe die Kirchengemeinde handeln müssen. Ein Zusammenhang zwischen den Umgestaltungsplänen und dem Rückschnitt bestehe nicht.

Auch bei der Stadtverwaltung Viersen ist das Thema bereits bekannt - obwohl die Verwaltung für diese Bäume nicht verantwortlich ist, da sie auf Kirchengrund stehen. Allerdings sagt Rathaus-Sprecher Frank Schliffke: "Uns haben deshalb bereits Kindergarten-Eltern angerufen." Diese hätten sich darüber beschwert, dass ihnen Äste von den Bäumen auf den Kopf zu fallen drohen.

Almut Grytzmann-Meister hat jetzt einen eigenen Gutachter beauftragt, um zu klären, ob die alten Bäume an der Josefskirche noch gesund sind. Nach ihrer Aussage will auch die Stadtverwaltung ebenfalls nochmal einen eigenen Fachmann hinzuziehen. Er soll den Zustand der Bäume begutachten - und würde damit auch über ihre Zukunft entscheiden.

Für die Viersener Naturschützerin ist das Thema aber damit noch nicht erledigt. Sie will - auch wegen der Linden und der Pappel sowie der gesamten Grüngestaltung rund um die Josefskirche - bei der morgigen Informationsveranstaltung dabei sein. Denn mit dem gesamten Vorhaben sind für sie noch einige Fragen verknüpft. Almut Grytzmann-Meister will insbesondere Fragen zur Finanzierung der Umgestaltung geklärt wissen. So interessiert sie, wer die Kosten für die Parkplätze aufbringen wird, wer für die Straßen und Zuwegungen sorgt. "Zudem gibt es Überlegungen für eine große Rampe, die zur Kirche führen soll", sagt sie.

Quelle: RP
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