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Viersen
Studenten füllen die Festhalle mit Klang

Viersen: Studenten füllen die Festhalle mit Klang
Die junge Violinistin Savitri Grier (l.) studiert in London. In dieser Woche besucht sie beim Viersener Musiksommer einen Meisterkursus bei Nora Chastain, die an Hochschulen in Berlin und Zürich unterrichtet. FOTO: Jörg Knappe
Viersen. Beim Viersener Musiksommer erfahren Besucher, wie sich junge Musiker ein Stück bis zur Bühnenreife erarbeiten. Sie können den Unterricht verfolgen und abends in den Konzerten der Studenten hören, was sie gelernt haben Von Birgitta Ronge

Für Savitri Grier steht heute Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Die junge Engländerin, die in London aufwuchs und dort auch studiert, besucht während des Viersener Musiksommers einen Meisterkursus bei der Amerikanerin Nora Chastain. Und mit ihr will die Geigenstudentin nun Bachs Partita III E-Dur (BWV 1006) erarbeiten. Für den Unterricht in Viersen hat die 24-Jährige dieses Stück selbst ausgewählt. Es gefällt ihr gut, schließlich sei es "voller Freude und Licht", erklärt Grier.

24 Musikstudenten aus aller Welt sind in dieser Woche zu Gast in Viersen. Sie besuchen Meisterkurse renommierter Musiker, um von ihnen zu lernen. Die Violinistin Nora Chastain hat eine Professur an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Universität der Künste in Berlin. Die Bratschistin Silvia Simionescu gibt während des Musiksommers Kurse für Viola und Kammermusik, die gebürtige Rumänin unterrichtet an der Musikakademie in Basel. Der Schweizer Pianist Adrian Oetiker unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater in München. Der dänische Cellist Troels Svane ist Professor an der Musikhochschule Lübeck und lehrt an der Hanns-Eisler-Hochschule in Berlin.

Die zehnjährige Klavierschülerin Viktoria Poder absolviert eine Unterrichtsstunde bei dem Pianisten Adrian Oetiker. RP-Foto: FOTO: biro

Mithilfe der Lehrer wollen die Musikstudenten in dieser Woche an ausgewählten Stücken feilen. Spielen können die jungen Leute die Werke schon sehr gut, nun geht es darum, Akzente zu setzen. Wie das funktioniert, können Musikfreunde in dieser Woche in der Festhalle erleben. Sie dürfen Unterrichtsstunden besuchen und verfolgen, wie sich die Studenten ein Stück erarbeiten. Wie die Studenten das Gelernte umsetzen, können Besucher abends bei den Konzerten hören.

Einige Male wiederholt die Violinistin Savitri Grier eine Passage. Ihre Lehrerin bricht ab, erklärt, wie sie die Finger aufsetzen, den Bogen führen soll. An der eigenen Geige führt Nora Chastain vor, wie sich der Schwung des Tanzes im Vortrag umsetzen lässt. Musikalisch und technisch sei das Stück sehr anspruchsvoll, erklärt Chastain - "wir arbeiten an der Phrasierung und an der Bogenführung". Die Studentin setzt die Hinweise sofort um, immer und immer wieder, bis Chastain beim Zuhören nickt. Als Grier endet, lobt Chastain: "Schön, sehr gut."

Viel Lob vergibt auch Adrian Oetiker an diesem Morgen. Am Steinway-Flügel auf der Festhallenbühne sitzt Viktoria Poder. Die Zehnjährige folgt den Ratschlägen des Klavierprofessors ebenso aufmerksam wie eine erwachsene Studentin. Die junge Dülkenerin erhält an der Kreismusikschule Klavierunterricht bei Florian Fleischmann, nahm schon sehr erfolgreich am Wettbewerb "Jugend musiziert" teil. Daheim übt Viktoria "vor der Schule ein bisschen und nach der Schule auch", erklärt die Zehnjährige. Vor Konzerten und Wettbewerben übt sie häufiger. Die Kreismusikschule kooperiert mit dem Musiksommer, und so hat Viktoria heute die Gelegenheit, Unterricht bei Oetiker zu bekommen. Das Mädchen hat einen Walzer von Chopin und einen Tango von Gardel mitgebracht, spielt vor, Oetiker gibt Tipps. "Das läuft ja wie am Schnürchen", stellt der Pianist fest, Viktoria lerne sehr schnell. Dann wendet er sich an Fleischmann und empfiehlt: "Sie braucht Futter - viel Futter."

Quelle: RP
 
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