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Serie Tag Des Offenen Denkmals (5)
Süchteln bekommt die Kulturstätte zurück

Serie Tag Des Offenen Denkmals (5): Süchteln bekommt die Kulturstätte zurück
Der große Saal der Königsburg mit Tonnendecke und Bühne: Die Restaurierung und Reaktivierung als vielschichtiger Kulturort in Süchteln steht auf dem Programm. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Die örtlichen Theatergesellschaften und Gesangvereine feierten in der "Königsburg" glanzvolle Konzerte und Aufführungen. Von Ingrid Flocken

SÜCHTELN Seit Heinrich Schmitz im Jahr 1908 den Saalbau "Königsburg" am Lindenplatz errichten ließ, hat dieser viele gesellschaftliche Höhepunkte erlebt. Die örtlichen Theatergesellschaften und Gesangvereine feierten dort glanzvolle Konzerte und Aufführungen. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gab es weniger Veranstaltungen, der Saal wurde vorübergehend Quartier für Wehrmachtsgruppen und später für deportierte Fremdarbeiter. Nach Ende des Krieges verspürten die Süchtelner wieder Lust auf Unterhaltung.

Doch die Saalveranstaltungen wurden immer weniger, die Wirtschaftlichkeit war nicht mehr gegeben. Da inzwischen überall Kinos gewünscht wurden, baute Architekt Alfons Neheus 1951 in der Königsburg ein neuzeitliches Lichtspieltheater, verbunden mit einer ausgezeichneten Akustik und moderner Technik für zeitweise 900 Besucher. Im Jahre 1972 wurde im Zuge des Kinosterbens das Süchtelner Kino geschlossen. Karl-Heinz und Edith Schmitz bewirtschafteten die Gaststätte im Vorderhaus noch weiter, doch nach und nach wurden diese sowie der Keller im Souterrain und die oben liegende Wohnung aufgegeben.

Als nach langem Leerstand der neu gegründete Verein Königsburg 2.0" in diesem Jahr erwarb, musste das Vorderhaus lediglich saniert werden. Die Schäden am Saalbau waren aber schlimm: Das Rabbitzgewölbe des Dachstuhls war bis auf kleine Reste ausgebrochen, der Tanzboden im Saal und die technischen Einbauten fast vollständig entfernt. Dachstuhl und Außenwände sowie Fenster und Türen sind teilweise zerstört. Nur die Grundkonstruktion ist noch relativ gut erhalten. Doch die inzwischen 50 Mitglieder packten an, Sponsoren wurden gefunden und der Architekt Martin Breidenbach, der als gebürtiger Süchtelner in der Königsburg seinen ersten Kinofilm sah, übernahm die Regie der Restaurierung.

Schrittweise sollen der im Jugendstil erbaute Saal, der KÖ-Keller und das Vorderhaus wieder instand gesetzt werden, ebenso die ehemalige Passage vom Lindenplatz zum hinten liegenden Saalbau und sich vom "Lost Place" - einem von Allen vergessenen Platz - zu einem vielschichtigen Kulturort entwickeln. Schon jetzt finden im Vorderhaus Filmvorführungen statt, ein regelmäßiges Kinoprogramm ist in Vorbereitung. Weitere Info gibt es im Internet unter "http://www.koenigsburg.org"

Quelle: RP
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