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Viersen
Süchteln bekommt ein Lebensmittellädchen

Viersen: Süchteln bekommt ein Lebensmittellädchen
Gabriela Frank öffnet heute ihr Lebensmittellädchen an der Hochstraße 54 in Süchteln. Vier Häuser weiter führt sie bereits eine Metzgerei. FOTO: busch
Viersen. Viele Senioren wünschen sich einen Tante-Emma-Laden; das zeigte auch der Auftakt zur Perspektivplanung. Gabriela Frank wagt es Von Daniela Buschkamp

Gabriela Frank ist für viele Süchtelner Senioren "ein Engel": Das hat die 54-jährige Chefin einer Metzgerei an der Hochstraße in den vergangenen Tagen gehört. "Seitdem bekannt ist, dass ich heute meinen kleines Lebensmittellädchen eröffne, kommen viele Ältere in die Metzgerei und sagen mir, wie sehr sie sich darüber freuen", sagt Frank.

Frank hat am 1. Mai 2014 eine Metzgerei an der Hochstraße 47 eröffnet. Doch das rund 40 Quadratmeter große Ladenlokal, in dem eine lange Theke dominiert, wurde ihr zu klein. Eine Alternative fand sie vier Häuser weiter. Allerdings: Der Pachtvertrag für das bisherige Ladenlokal läuft noch bis Ende des Jahres. "Ich habe immer wieder gehört, dass sich gerade Ältere einen kleinen Tante-Emma-Laden im Zentrum wünschen" schildert die Metzgerei-Chefin. Deshalb will sie jetzt dieses Angebot schaffen.

Bei der Stadtverwaltung Viersen läuft zurzeit eine Perspektivplanung für Süchteln. "Wir wollen auf erste Leerstandstendenzen reagieren, Prozesse steuern und Potenziale nachhaltig ausschöpfen", sagt technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Bei der Auftaktveranstaltung mit mehr als hundert Teilnehmern seien viele Wünsche formuliert worden, ein kleiner Lebensmittelmarkt im Zentrum habe dazu gehört.

Heinz Prost vom Verein "Miteinander - Füreinander" kennt die Wünsche vieler Süchtelner Senioren - insbesondere nach der Schließung der unrentablen Netto-Filiale im Herbst. "Der große Supermarkt ist 300 Meter vom Zentrum entfernt. Jeder, der mobil ist oder der von seiner Familie gefahren wird, erledigt dort seine Einkäufe", sagt Prost. Doch Ältere, die mit dem Rollator, Stock oder nur beschwerlich zu Fuß unterwegs seien, würden diese Distanz als zu weit empfinden. Sie würden sich eine näher gelegene Einkaufsmöglichkeit wünschen. "Das muss kein großer Markt sein, nur ein Lädchen, wo man mal eine Tüte Milch, Backpulver oder etwas für den alltäglichen Bedarf erwerben kann", schildert Prost.

Genau das gehört zum Sortiment, das Gabriela Frank in ihrem Laden "Lebensmittel Frank" anbieten will: "In die große Kühltheke kommen etwa unterschiedliche Molkereiprodukte wie Milch und Käse", sagt Frank. Zudem will sie Konserven verkaufen, Kartoffeln, Zwiebeln, aber auch vereinzelte Spezialitäten, wie etwa selbst hergestellte Frischkäse-Zubereitungen. "Es soll speziell ein Angebot für die ältere Kundschaft sein, die keine weiten Wege zurücklegen kann", sagt die 54-Jährige.

Eine Konkurrenz zum großen Vollsortimenter könne sie nicht bieten - auch bei den Preisen müssten die Kunden bereit sein, etwas mehr als im Supermarkt auszugeben. Bis Ende des Jahres will sich Gabriele Frank Zeit nehmen, um die Resonanz auf das Angebot zu testen. Zunächst will ein Verwandter mit Einzelhandelskaufmann-Ausbildung im neuen Lebensmittel-Lädchen helfen, auch ihre Tochter will stundenweise einspringen. "Ich brauche schon eine Vertrauensperson, da ich nicht in beiden Läden gleichzeitig sein kann - auch wenn sie nur vier Häuser voneinander entfernt liegen", sagt Frank.

Ihre Berufswahl und den Schritt in die Selbständigkeit hat die Mönchengladbacherin nie bereut: "Für mich stand schon mit 13 Jahren fest, dass ich Fleischereifachverkäuferin werde", sagt Gabriela Frank. Zwei Jahre später begann sie ihre Ausbildung, arbeitete später in unterschiedlichen Metzgereien, im Imbiss und im Einzelhandel. Doch sie vermisste die Fleisch- und Wurstwaren und suchte nach einem Standort für eine eigene Metzgerei. Sie fand ihn in Süchteln. "Innerhalb von drei Wochen war alles klar", erinnert sich Frank.

Jetzt ist sie gespannt, wie die Süchtelner das lang ersehnte Lädchen annehmen: "Wenn genügend Kunden kommen, dann mache ich weiter."

Quelle: RP
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