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Niederkrüchten
Supermarkt-Frage ist nicht entschieden

Niederkrüchten: Supermarkt-Frage ist nicht entschieden
Der Blick schweift vom Nachtigallenweg über Grünflächen und den Elmpter Bach hinweg zur Pfarrkirche St. Laurentius. Naturschützer kritisieren die Planung für einen Supermarkt im Landschaftsschutzgebiet. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Heineland oder Mönchengladbacher Straße? Die Abstimmung des Rates über den künftigen Standort eines Lebensmittel-Vollsortimenters in Elmpt am kommenden Dienstag, 19.30 Uhr im Rathaus, verspricht Hochspannung. Von Jochen Smets

Der Planungsausschuss votierte jetzt mit hauchdünner Mehrheit für das Heineland. Acht zu sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen, so lautete das Ergebnis der von der CDU beantragten namentlichen Abstimmung. Dabei wurde jedes Ausschussmitglied einzeln aufgerufen, seine Stimme abzugeben.

Dabei zeigte sich, dass die CDU in der Standortfrage uneins ist. Wolfgang Fonger und Heinz Wallrafen, beide auch Ratsmitglieder, stimmten für die Mönchengladbacher Straße. Die fünf übrigen CDU-Ausschussmitglieder votierten für das Heineland.

Die SPD zeigte sich relativ geschlossen pro Mönchengladbacher Straße, lediglich Andreas Kraemer enthielt sich. Grüne und Linke positionierten sich wie schon in den bisherigen Diskussionen klar für das Heineland. Die CWG stimmte im Ausschuss für die Mönchengladbacher Straße, die FDP enthielt sich.

Die Verwaltung hatte den Ausschussmitgliedern in der Sitzungsvorlage eine Gegenüberstellung mit den Vor- und Nachteilen der beiden Standorte an die Hand gegeben. Die Verwaltung vergab für die Mönchengladbacher Straße in 20 von 28 Kriterien ein "Pro", für das Heineland hingegen nur acht. So punktet der Standort Mönchengladbacher Straße unter anderem mit der größeren Verkaufsfläche und der größeren Zahl der Parkplätze sowie mit der Tatsache, dass dort nur eine einseitige Nachbarbebauung vorhanden ist, während am Standort Heineland zwei Kindergärten unmittelbar nebenan und gegenüber liegen.

Das Heineland wiederum ist aus naturschutzfachlicher Sicht unbedenklicher, während der Standort Mönchengladbacher Straße im Landschaftsschutzgebiet "Elmpter Bachtal" liegt. Zudem würde ein Markt im Heineland 4079 Einwohner in einem Radius von 1000 Metern erreichen, die Mönchengladbacher Straße aber nur 2593. Andererseits ist das Heineland die letzte größere Siedlungsreserve in Elmpt. Ein Lebensmittel-Markt würde davon 7400 Quadratmeter verbrauchen und könnte aus Sicht der Verwaltung zudem ein Vermarktungshemmnis für den Verkauf der Wohngrundstücke darstellen.

Ein aktuelles Fachgutachten der Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH, die im vergangenen Jahr auch das Einzelhandelskonzept der Gemeinde erstellt hat, empfiehlt den Standort Mönchengladbacher Straße, der sowohl aus städtebaulicher als auch aus handelswirtschaftlicher Sicht günstiger sei.

Die Parteien kamen in der Auswertung der Matrix und des Gutachtens zu unterschiedlichen Ergebnissen. Michael Tekolf (CDU) hob die größere Einwohnerdichte im 1000-Meter-Radius am Heineland hervor. Der Standort liege in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten und Einrichtungen für Senioren sowie öffentlichen Einrichtungen. Anja Degenhardt (Grüne) machte deutlich, dass es ausschließlich um eine Entscheidung für einen Standort, nicht aber für einen Betreiber gehe. Der von den Grünen bevorzugte Standort Heineland könne sowohl von Rewe als auch von Edeka realisiert werden.

Jörg Stoltze (SPD) plädierte für die Mönchengladbacher Straße und verwies auf das Jansen-Gutachten. Außerdem gehe es bei einer Verlagerung des bestehenden Edeka-Marktes dorthin auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und gewachsenen Geschäftsbeziehungen zu einheimischen Zulieferern.

Scharf kritisierte Stoltze das Geschäftsgebaren von Rewe. Dass Rewe in einem Brief an Verwaltung und Parteien einen zweiten Markt in Niederkrüchten in Aussicht stellte und dies mit der wenig verklausulierten Bedingung verknüpfte, dafür den Standort Mönchengladbacher Straße fallen zu lassen, wertete Stoltze als "Erpressungsversuch".

Quelle: RP
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