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Viersen
Symphoniker zwischen Freude und Ernst

Viersen. Erasmus-Sinfonieorchester überzeugt mit vielseitigem Programm. Das nächste Konzert ist am 16. April. Von Gert Holtmeyer

Los ging's mit der Fledermaus, genauer: mit der schwungvollen Ouvertüre zur beliebten Johann-Strauß-Operette. Haben die dort handelnden Personen etwas mit den Mitgliedern der Erasmus-Symphoniker gemeinsam? Nun, einerseits sehr viel, denn hier wie dort sind alle mit viel Freude und Fröhlichkeit von der Partie. Aber ein großer Unterschied ist nicht zu übersehen: Während das "Fledermaus"-Personal vor lauter Fröhlichkeit die Arbeit nicht mehr ernst nimmt, wird das Orchester-Spiel am Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium als zwar schöne, aber doch ernsthafte Arbeit aufgefasst. Davon gab das Konzert in der voll besetzten Aula der Schule einen nachhaltigen Eindruck.

Ohne gewissenhafte Arbeit käme eine solche Leistung nicht zustande. Die Einsätze sitzen, die Bogenstriche der Streicher verlaufen synchron, die solistischen Leistungen (Violine, Harfe, Solobläser) lassen sich hören. Pauken und Schlagzeug liefern ein sicheres rhythmisches Fundament. Für die sorgfältige Einstudierung und die genauen Einsätze zeichnet Marcel Otto verantwortlich, der seine Aufgabe offensichtlich mit viel Engagement und pädagogischem Geschick wahrnimmt.

Vorgenommen hatte er sich ein "3 x 3"-Programm, mit "einem Drittel Klassik, einem Drittel Film-Musik und einem Drittel 'voll auf die Zwölf'", also fetzigen Beiträgen. Mathematisch ging die Bruchrechnung nicht so ganz genau auf, was natürlich belanglos ist. Aber es wurde deutlich, dass musikalische Vielseitigkeit vermittelt wird.

Kultivierte Kammermusik bot ein gut aufeinander eingespieltes Trio: Die Orchestermitglieder Eva Burkhard-Meier (Flöte) sowie Jule Feichtner und Andreas Fendel fanden viel Anerkennung mit einem Allegro des Engländers James Hook. Temperamentvoll spielte das Orchester den fünften Ungarischen Tanz von Brahms, sensibel das Albioni-Adagio, munter das originelle Bacchanal von Saint-Saëns. Markante Rhythmen steuerte Marcel Otto mit seiner eigenen Komposition "T-Freak-Shorty" bei. John Williams' "Star Wars" fand bei Spielern und Publikum ebenso Anklang wie Astor Piazzollas "Oblivion". Den effektvollen Schlusspunkt setzte ein für Orchester bearbeiteter Song der Rockband Coldplay: "Viva La Vida".

Nach begeistertem Applaus gab es noch eine Zugabe und eine Vorausschau: Mit einem Rock-Programm ist das Orchester am 16. April in der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich zu hören.

Quelle: RP
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