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Kreis Viersen
Synode: Umlage für evangelische Gemeinden steigt

Kreis Viersen. Die Kreisumlage für die evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Krefeld-Viersen wird von 3,3 auf 4,3 Prozent erhöht. Dies hat die Herbstsynode des Kirchenkreises beschlossen. Mit der Umlage finanzieren die Gemeinden die Aufgaben, die der Kirchenkreis für die Gemeinden erledigt. Von Jens Voss

Zugleich stellte die Synode die Weichen für Reformen: Die Verwaltungsarbeit werde kräftig durchgerüttelt und umstrukturiert, sagte Superintendent Burkhard Kamp-hausen nun bei der Vorstellung der Synodenbeschlüsse. Der Haushalt für das Kreisverwaltungsamt umfasst 6,3 Millionen Euro - bei einem Defizit von rund 700.000 Euro. Zum Ausgleich wirdn die Kreisumlage erhöht und 424.000 Euro werden aus der Rücklage entnommen. Die Synode hat auch eine Satzung beschlossen, die der rechtliche Rahmen für die Neuordnung der Verwaltung ist. Bis zur Herbstsynode 2016 soll nun ein Konzept für Aufgaben, Personal und Kosten vorgelegt werden. Kamphausen: "Es wird darum gehen, dass wir dort nicht zu viel hineinstecken." Die Gemeinden achteten sehr darauf. Zurzeit sind beim Kreis 58,57 Stellen angesiedelt - für Verwaltungsaufgaben, inhaltliche Referate oder übergemeindliche Pfarrstellen.

Noch sprudeln die Kirchensteuereinnahmen, doch ist absehbar, dass sie sinken - hauptsächlich aus demografischen Gründen: "Wir haben deutlich mehr Beerdigungen als Taufen", sagt Kamphausen. Die Gemeindegliederzahlen gehen pro Jahr um ein Prozent zurück. Zählte der Kirchenkreis vor zehn Jahren noch 116.700 evangelische Christen, sind es heute noch rund 106.000. "Das sind in drei Jahren 3000 Leute, macht eine Pfarrstelle", sagt Kamphausen. Zurzeit kommt im Schnitt ein Pfarrer auf 2500 Gläubige. Absehbar sei, dass es in fünf bis sieben Jahren nach der nächsten Pensionierungswelle eine Pfarrerknappheit gibt - es finden sich kaum noch Theologiestudenten. Zurzeit sind in Gemeinden und beim Kirchenkreis 70 Pfarrer beschäftigt.

Erfreulich aus Sicht der Kirche ist, dass es weiter eine relevante Zahl von Eintritten in die Kirche gebe, berichtet Burkhard Kamphausen - dieser Trend könne aber den demografischen Schwund nicht wettmachen.

Zugleich bemühen sich die Gemeinden, neue Wege zu den Menschen zu finden - durch neue Gottesdienstformen wie die Einladung zu einer zentralen Tauffeier, die mit überraschend großem Zuspruch in der Krefelder Friedenskirche angeboten wurde. "Die Gemeinden", sagt Kamphausen, "haben zum großen Teil den Schuss gehört und wissen, dass man nicht einfach weitermachen kann."

Quelle: RP
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