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Viersen
Täter aus Viersen: Polizei klärt 50 Diebstähle und Überfalle auf

Viersen. Nach dem Raubüberfall auf eine Seniorin aus Viersen stellte die Polizei einen Täter. Die Ermittlungen führten zu einer Bande; sechs Mitglieder sind in U-Haft. Von Daniela Buschkamp

Hilflos und voller Angst muss eine alte Dame am 23. Oktober 2015 mitansehen, wie ein Unbekannter ihre Schränke durchwühlt. Bewegungsunfähig liegt sie im Bett ihres Altenheim-Zimmers, in das der Mann in der Nacht eingedrungen ist. Doch ihr gelingt es, über den Hausnotruf eine Pflegerin zu alarmieren - und die Polizei kann den mutmaßlichen Einbrecher im Park des Altenheims an der Ringstraße festnehmen. Als der 41-jährige Viersener die Polizei bemerkte, warf er ein Stemmeisen ins Gebüsch, doch entkommen konnte er nicht. "Juristisch wird diese Tat nicht als Diebstahl, sondern wegen der Hilflosigkeit der Frau als Raub bewertet", sagt Antje Heymanns, Sprecherin der Kreispolizei Viersen.

Die Kripo ermittelte seitdem über Monate - und konnte gestern einen satten Erfolg präsentieren: So soll der 41-Jährige zu einer Gruppe gehören, die für mehr als 50 Einbrüche in Viersen und Nettetal, Überfälle und Handtaschendiebstähle in Viersen verantwortlich sein soll. Da bereits von dem Diebesgut aus dem Altenheim-Einbruch jede Spur fehlte, ging die Polizei davon aus, dass der einschlägig Vorbestrafte mit Helfern agierte, und ermittelte.

13 mutmaßliche Diebe gingen den Ermittlern ins Netz. "Die Männer und Frauen werden verdächtigt, zwischen Juni und Dezember 50 Straftaten begangen zu haben", erläutert Antje Heymanns. Die Verdächtigen im Alter zwischen 19 und 41 Jahren seien teilweise jugendliche Intensivtäter gewesen. Die sechs Haupttäter seien einschlägig vorbestraft. Sie wurden dem Gericht vorgeführt und kamen in Untersuchungshaft. Alle hätten sich durch ihre Drogenabhängigkeit und teilweise auch durch ihre Spielsucht gekannt. "Alle Haupttäter stammen aus dem Viersener Raum, haben sich an bestimmten Punkten geroffen. Sie haben ihren Lebensunterhalt von den Straftaten bestritten", erläutert die Pressesprecherin.

Einer der Hauptbeschuldigten, ein 19-jähriger Viersener, war erst im August 2015 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen zahlreicher Einbrüche und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden. Er hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und befand sich daher auf freiem Fuß. Am 4. Dezember war es Einsatzkräften der Polizeiwache Willich gelungen, ihn und einen 28-Jährigen bei mehreren Einbrüchen in Schule, Kindergarten und Apotheken in Willich-Anrath festzunehmen.

Im Laufe der Wochen fügten die Mitglieder der Ermittlungskommission Puzzlestück für Puzzlestück zusammen, so dass der Gruppe die Taten zugeordnet werden konnten; weitere Beschuldigte wurden in Haft genommen. Die meisten Taten haben die Beschuldigten im Kreis Viersen begangen, einzelne auch in Mönchengladbach, Wuppertal, Düsseldorf und Dormagen. So hatten sie am 26. November im Mönchengladbach einen Auslieferungsfahrer berauben wollen.

Auch gegen einige Ankäufer des Diebesguts ermittelt die Kripo wegen Verdachts der Hehlerei. Sie stellte etwa Schmuck, Geld, Zigaretten, Smartphones und PCs sicher.

"Wir ermitteln weiter", kündigt Antje Heymanns an.

Quelle: RP
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