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Niederkrüchten
Talente der Jugend im Check

Niederkrüchten: Talente der Jugend im Check
Die mobile Berufsberatung der Arbeitsagentur ist noch bis Freitag in der Begegnungsstätte. Vormittags sind Schulklassen da, nachmittags können sich Jugendliche und Eltern über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Die mobile Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit ist in dieser Woche in der Niederkrüchtener Begegnungsstätte zu Gast. Jugendliche können dort am Computer herausfinden, welche Stärken sie haben. Von Wiltrud Wolters

Ein leises Gemurmel liegt über dem abgetrennten Raum in der Begegnungsstätte Niederkrüchten. Ganz konzentriert arbeiten die Schüler und Schülerinnen des neunten Schuljahres der Hauptschule an den Computern. "Check deine Talente", steht auf dem Bildschirm. Manch einer hat längst rote Wangen. Andere verzweifeln daran, wie sie ihre Unterlagen ausdrucken können. "Das ist sehr gut. Auf jeden Fall", sagt Tim. Der 15-jährige versucht im mobilen Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit, kurz BIZ-Mobil, seine persönlichen Stärken zu finden. "Zu Hause werde ich das noch mal machen. Da habe ich dann mehr Zeit", meint Tim. Der Niederkrüchtener weiß längst, was er werden möchte: "Wahrscheinlich Elektriker. Ich möchte in den Osterferien ein Praktikum machen."

300 Stellen in Nettetal und Viersen

Dustin hingegen möchte einen anderen Weg einschlagen. Ihm schwebt das Berufskolleg und das Fachabitur in BWL vor. "Auf jeden Fall will ich nicht Feuerwehrmann werden", erklärt der 16-Jährige. Das ist einer der Berufe, die ihm das Berufe-Universum an diesem Morgen vorschlägt. Dustin repräsentiert die große Mehrheit der Schüler, denn knapp 90 Prozent der Hauptschüler gehen später weiter zur Schule. Nur gut zehn Prozent suchen eine Ausbildung.

Dabei ist das Angebot an Ausbildungsstellen gut. Nach dem Stand von Ende Januar liegen der Bundesagentur für Arbeit für Kempen, Krefeld, Nettetal und Viersen über 1500 Ausbildungsstellen für das Jahr 2011/2012 vor, davon knapp 300 in Nettetal und Viersen. "Die Betriebe melden sehr viel mehr Stellen. Auch die Bereitschaft, Schüler mit niedrigeren Schulabschlüssen einzustellen, ist gewachsen. Bei den Eltern und Schülern muss ein Umdenken einsetzen", sagt Silvia Kraus, die das BIZ-Mobil betreut.

Es sei utopisch zu glauben, dass jeder Schüler Abitur machen könne. "Es gibt keinen vorgeschrieben Weg. Viele scheitern am Berufskolleg. Man kann auch eine Ausbildung machen und danach auf das Berufskolleg gehen", sagt Bernhard Leenders, der Berufswahlkoordinator der Hauptschule. Er legt Wert darauf, die Schüler so praxisnah wie möglich zu informieren. "Das hier ist ihr Interessenbereich. Der Computer ist ihr Medium. Sie können selbstständig arbeiten. Eltern und Lehrer können viel erzählen. Die Schüler nehmen das mehr an, wenn es von externer Seite kommt", sagt Leenders.

Seit vier Jahren kommt Silvia Kraus in die Hauptschule und steht den Schülern auch in Einzelgesprächen zur Verfügung. "Die Schüler machen nicht den Weg nach Krefeld. Deshalb kommen wir in die Region." Mit Programmen wie "Eintopf" oder "Startklar", Betriebs- oder Jahrespraktika läuft die Berufsorientierung der Hauptschule über drei Jahre. "Für mich ist es ein Erfolg, wenn die Eltern sehen, welche Bemühungen dahinter stehen und die Schüler fragen, wann Frau Kraus noch einmal kommt", sagt Leenders.

Quelle: RP
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