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Viersen
Tanzen für die Brauchtumspflege

Viersen: Tanzen für die Brauchtumspflege
Die Tanzgarde Süchteln startete in der Session 2013/14. FOTO: Tanzgarde Süchteln
Viersen. Tanzgarden haben im Karneval eine Zukunft. Das beweist eine Gruppe junger Frauen aus Süchteln und Umgebung. Von Bianca Treffer

Wenn Lara Böhmer in den Terminplaner blickt, dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. "Wir sind schon sehr gut nachgefragt. Elf Termine und das in unserer ersten Session, das ist schon was", freut sich die 22-Jährige. Dass sie zusammen mit 19 weiteren Mädels in dieser Karnevalssession bei verschiedenen Veranstaltungen über die Bühnen wirbeln würde, das hätte sie vor zwei Jahren nicht gedacht. Denn zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als würde aus dem Traum dreier junger Süchtelnerinnen, eine Tanzgarde ins Leben zu rufen, nichts werden.

Michelle Cremer, die früher Ballett und Hip-Hop getanzt hatte, kam mit der Idee zu Böhmer, die ebenfalls jahrelang im Ballett aktiv gewesen war. Dritte im Bunde war Kathy Hünneks. Die tanzbegeisterten jungen Frauen starteten zusammen in der Session 2013/14 als Begleitmariechen beim Festausschuss Süchtelner Karneval. "Die Gardetänze, die wir durch die Session erlebten, machten uns richtig Lust aufs Tanzen", erinnert sich die 19-jährige Cremer. Doch irgendwie klappte es nicht, weitere junge Frauen zu motivieren mitzumachen. "Ich glaube, viele meinen, dass der Karneval eintönig sei. Wenn man aber selber aktiv mitmacht, merkt man ganz schnell, dass dies nicht so ist. Es ist Brauchtumspflege, die einfach nur Spaß macht", sagt Böhmer.

Die drei ließen sich dementsprechend nicht entmutigen. Sie schlossen sich der Prinzengarde an. In der Tanzschule Fauth studierten sie zusammen mit den Männern Tänze ein. Der Erfolg stellte sich ein und auf einmal kamen Nachfragen von anderen tanzbegeisterten Mädels. "Wir sind sogar von einer Mutter aus Nettetal angeschrieben worden, deren Tochter sportmäßig tanzte, aber den dortigen Leistungsdruck nicht mehr mochte und die nun bei uns mittanzt", berichtet Böhmer.

Es stießen so viele Interessierte zu den drei Gründerinnen, dass es zuviel für eine Gruppe wurde. "Wir hatten zuerst an eine Warteliste gedacht. Das erschien uns aber nicht als gute Lösung. Wir haben dann einfach zwei Gruppen gebildet", berichtet Cremer. Auf diesem Weg entstand eine jüngere Garde mit neun Tänzerinnen und eine ältere Garde mit elf Mitgliedern, wobei sich die Alterspanne insgesamt von zehn bis 23 Jahren zieht. Etliche jüngere Tänzerinnen, die bei "De Brook-Müerkes" tänzerisch starteten, dann aber zu alt für die Kindertanzgruppe wurden, wechselten zur Süchtelner Tanzgarde. Einen Mariechenoffizier hat die Tanzgarde Süchteln ebenfalls. Marcel Winofsky zieht die Fäden im Hintergrund und organisiert alles. Angefangen von den Pins, die für die neue Garde zwecks Finanzierung der anlaufenden Unkosten verkauft werden bis hin zu den Kostümen. "Ich finde es hervorragend, dass Süchteln eine neue Tanzgarde hat und das unterstütze ich gerne", sagt der Gardist der Prinzengarde. Es sei wichtig, dass gerade jüngere Menschen eine langjährige Tradition fortsetzen und damit der Brauchtumspflege eine Zukunft geben, fügt er an. "Es ist schön, das ganze Jahr über auf etwas hin zu trainieren. Wenn wir dann auf der Bühne stehen und erleben, was aus dem ganzen Training herausgekommen, ist das einfach ein tolles Erlebnis", meint Sina Otten.

Unter Trainerin Mona Stobbe, die auch die Choreographien ausarbeitet, wird nämlich das ganze Jahr über trainiert und nicht nur vor kurz vor der Session. Beim Tanzen könne man einfach abschalten. Es sei wie Abtauchen in eine andere Welt, findet Laura Schwoll. "Unser Zusammenhalt ist auch toll. Wir verstehen uns alle gut und unternehmen viel gemeinsam", erzählt Christina Kamps. Eins steht fest, die Tänzerinnen der Süchtelner Tanzgarde sind mit Begeisterung bei der Sache und freuen sich auf die laufende Session und ihre Termine.

Die Süchtelner Tanzgarde trainiert jeden Samstag von 10.30 bis 13 Uhr in der Hauptschule Süchteln. Interessierte können über Facebook Kontakt zur Gruppe aufnehmen und ein vierwöchiges Probetraining mitmachen.

Quelle: RP
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