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Niederkrüchten
Temperamentvolles Vergnügen

Niederkrüchten: Temperamentvolles Vergnügen
Kaum ist Heidi weg, merken die Männer, was sie an ihr hatten: Nun müssen sie allein versuchen, den Haushalt zu managen – hier Oskar Dotterweich (Jürgen Baltin) mit Nachbar Karl (Jörg Wolters, re.). FOTO: Franz-Heinrich Busch
Niederkrüchten. Die Premiere des Theatervereins Overhetfeld im Bürgerhaus Elmpt war ein Riesenerfolg für die Laiendarsteller: Sie begeisterten mit ihrem Spiel – herrlich überdreht – die Zuschauer. Für kommenden Sonntag gibt es noch Karten. Von Ingrid Flocken

Es passte gut in das Geschehen hinter dem Vorhang, als Otto Hinsen vor dem Vorhang zunächst herzlich dem langjährigen Hausmeister des Bürgerhauses Elmpt, Michael Nowak, für dessen Einsatz auch für den Theaterverein Erholung Overhetfeld dankte.

Denn nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden und Spielleiter des Theatervereins gab der Vorhang ein Wohnzimmer frei, in dem die überforderte Hausfrau Heidi ihren Mann Oskar und Schwiegervater Willy versucht, in die Hausarbeit einzubinden.

"Oskaaar!", brüllt Heidi (Britta Dahlke-Hoffmann), doch weder Oskar Dotterweich (Jürgen Baltin) noch Opa Willy (Günther Schnell) sehen sich körperlich in der Lage, die Wandlampen zu reparieren oder ein herunter gefallenes Bild aufzuhängen. "Ich muss putzen, kochen, aufräumen und für euch Sekretärin spielen", zetert Heidi. Und die Zuschauer im ausverkauften Saal lachten einmal mehr nicht nur über die Texte des Autors Raymond Weissenburger, sondern vor allem über die hervorragende Übersetzung der Darsteller in Mimik und Gestik.

Heidi flüchtet ans Meer

"Eine Frau für jede Situation" war einmal auf Heidi gemünzt, die vor allem "die meiste Erfahrung in Sachen Arbeit" hatte. Dazu kamen jedoch noch drei Damen. Sohn Alex (Torsten Carnein) hatte sich eigentlich von Freundin Julia (Nina Winkler) getrennt, hofft sie aber mit Hilfe des Nachbarn Karl (Jörg Wolters) zurückzugewinnen, indem er diesen beschwört, einen evangelischen Pastor zu mimen.

Der hat für Opa Willy einen Laptop mitgebracht: Über Internet soll sich dieser eine Frau suchen zum "elektronischen Verkehr". Dafür hat Karl für die Familie Dotterweich noch zwei lebende Geschenke: einen Bernhardiner und einen Goldfisch. Heidi rastet aus, als sie die beiden Viecher auch noch betreuen soll und dazu den Kanarienvogel von Alex, der ihr erklärt: "Das Saubermachen des Käfigs und das Füttern dauern nur eine Viertelstunde täglich!"

Die Situation eskaliert, als Heidi die Flucht "ans Meer" ergreift und die drei Männer plötzlich die Hausarbeit selbst erledigen wollen. Dazu kommen die Damen, die jeweils neuen Aufgaben zugeteilt werden: Die Putzhilfe (Jacqueline Weiss) wird zur Fitnesstrainerin, die Masseurin (Ina Koos) soll den Fußboden putzen. Wie Heidi mit dem Chaos fertig wird und ihre drei Männer wieder in die Reihe bringt, wollen wir nicht verraten.

Denn am kommenden Wochenende gibt der Theaterverein noch zwei Vorstellungen. Donnernder Applaus wird ihnen wieder sicher sein, denn alle Darsteller spielten temperamentvoll und herrlich überdreht. Und als Britta Dahlke-Hoffmann plötzlich die Kulissenwand in der Hand hielt, kannte das Lachen kein Ende.

Quelle: RP
 
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