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Viersen
Tempo 30 in der Südstadt?

Viersen: Tempo 30 in der Südstadt?
In Straßburg vielleicht bald Realität: Tempo 30 in der ganzen Stadt. FOTO: ddp, ddp
Viersen. Jetzt soll's der Lärmschutz richten: Nach den schlampigen Arbeiten eines Planungsbüros gibt es doch noch Hoffnung für die Anwohner der Großen Bruchstraße, dass dort künftig langsamer gefahren werden muss. Von Joachim Niessen

Die Bürger der Viersener Südstadt – vor allem die Anwohner der Großen Bruchstraße – geben nicht auf: Seit Jahren fordern sie von der Verwaltung, den Verkehr im Stadtbezirk zu reduzieren.

Vor einigen Monaten schien eine Lösung zum Greifen nahe: Ein Düsseldorfer Planungsbüro hatte im Auftrag der Stadtverwaltung die Verkehrsströme der Südstadt untersucht. Ein Ergebnis der Experten: Auf der Großen Bruchstraße – auf der derzeit täglich rund 8000 Fahrzeuge unterwegs sind – würde eine Tempo-30-Zone die Verkehrsbelastung erheblich reduzieren.

Anwohner begeistert

Die Anwohner waren von der Maßnahme begeistert. Auch die Stadtmitarbeiter nahmen die Überlegung dankbar auf und verarbeiteten sie mit weiteren Vorschlägen in einer Vorlage für den Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss. Doch vor einigen Wochen – wenige Stunden vor der offiziellen Verabschiedung durch die Politik – zog die Verwaltung ihr mehrseitiges Papier wieder zurück.

Grund: Die Polizei hatte auf die "überörtliche Bedeutung" der Großen Bruchstraße hingewiesen und erklärt, dass eine Tempo-30-Zone zwischen Freiheitsstraße und Gereonsplatz nicht zulässig sei. Von einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" und möglichen "Regressforderungen" wurde gesprochen. Viersens Planungsdezernent Gerd Zenses räumte in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses die "widersprüchlichen Aussagen" zwischen Polizei und den städtischen Behörden ein.

Trotzdem bleibt der Beigeordnete optimistisch: "Eine Geschwindigkeitsreduzierung ist nicht nur aufgrund der Verkehrsbelastung, sondern auch wegen des Lärms möglich. Genau hier wollen wir ansetzen." Dafür nutzt die Verwaltung die Ergebnisse des Lärmaktionsplans, der derzeit im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans erstellt wird.

Parallel will die Stadt auf der Großen Bruchstraße in Höhe der Einmündung Königsallee eine so genannte Querungshilfe errichten und die Ampelschaltung der Kreuzung Freiheitsstraße/Ernst-Moritz-Arndt-Straße für den Umgehungsverkehr optimieren.

Grünen-Ratsherr Norbert Dohmen drückt bei der Umsetzung der Maßnahme aufs Tempo: "Der Bürgerantrag liegt seit zweieinhalb Jahren auf dem Tisch. Hier muss nicht nur geredet, sondern endlich gehandelt werden."

Unterstützung signalisiert Bürgermeister Günter Thönnessen: "Die nötigen finanziellen Mittel werden gegebenenfalls bereit gestellt. Der Fußgängerüberweg wird gebaut, die Signalanlage 2011 installiert werden. Mit der rechtlichen Prüfung des Lärmschutzes wird sich der Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss befassen."

Quelle: RP
 
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