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Schwalmtal
Theater-AG feiert heute mit "Faust" Premiere

Schwalmtal. Zum 40-jährigen Bestehen zeigt die Theater-AG am St. Wolfhelm Goethes Werk wie schon 1988

Neuer Vorhang, neues Podest: Schon der erste Blick in die Achim-Besgen-Halle, die Aula des St.-Wolfhelm-Gymnasiums, zeigt, dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. Überall stehen zusätzliche Scheinwerfer. Es ist Hauptprobe, die letzte Probe vor der Generalprobe, in Kostümen und mit Requisiten. Regisseur Lothar Lange steht hinter der Bühne, wippt auf den Beinen. Er geht in den Saal. Unablässig bewegen sich seine Lippen. Er kann jedes Wort mitsprechen. Und das tut er. Die Bühne ist gerade Auerbachs Keller. Und da greift Lange ein. "Was ist denn heute mit den Männern los?" ruft er zur Bühne hinauf. "Hormone, ich will Hormone sehen! Erotik! Los, Männer!"

"Den Teufel spürt das Völkchen nie - und wenn er sie beim Kragen hätte", sagt Mephisto gerade zu Dr. Faust. Die jungen Männer in dem Keller, die sich gleich angeekelt in inniger Umarmung wiederfinden werden, gehören zu den jüngsten Mitgliedern der Theater-AG am St. Wolfhelm, die längst nicht mehr nur aus Schülern besteht. Einige Darsteller waren schon 1976 dabei - und sind es noch. Etliche haben bei der legendären "Faust"-Aufführung 1988 bereits mitgewirkt.

Dass alle nun Lampenfieber vor der Premiere haben, merkt man nicht. "Ich denke, der Text sitzt, den der anderen kann ich auch", sagt Annika Liebens, die das junge Gretchen verkörpert, draußen vor der Tür. Andere Mitspieler, die gerade nicht auf der Bühne stehen, sitzen und stehen im Zuschauerraum. Auch sie können jedes Wort mitsprechen. Ruhig auf einem Stuhl in der Mitte sitzt Lothar Langes Ehefrau Brigitte. Ohne sie würde es die Theater-AG nicht geben: Wenn ihr Mann sie nicht an jenem 6. Juli 1976 zu ihrem Antrittsbesuch in der Schule, in der sie über 30 Jahre unterrichten sollte, begleitet und im Gespräch mit Schulleiter Achim Besgen von seiner Leidenschaft für Theater erzählt hätte, wäre es nie zur Gründung der AG gekommen.

Zehn Minuten Pause. Dann geht es weiter. So lange, bis alles sitzt. Wenn es sein muss, bis Mitternacht. Denn das ist ohnehin die Stunde des "Faust" - die, in der das Stück seine ganze Magie entfalten wird.

Aufführungen am Freitag, 3. Juni, 19.30 Uhr, Samstag, 4. Juni, 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 5. Juni, 18 Uhr, in der Achim-Besgen-Halle in Waldniel. Karten gibt es für zehn Euro, für Schüler sieben Euro, beim Bürgerservice im Rathaus, Markt 20 in Waldniel. Eine weitere Aufführung findet am 11. Juni, 19.30 Uhr, in der Liebfrauenschule in Grefrath-Mülhausen statt.

(hah)
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