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Viersen
Thönnessen auf "Abschiedstournee" beim Viersener Südstadt-Talk

Viersen. Einen "Mann auf Abschiedstournee" kündigte Frank Bühler als ersten Gast seines 9. Südstadt-Talk an: "Nein, nicht Howard Carpendale." Es war Bürgermeister Günter Thönnessen, der diese Gelegenheit nutzen wollte, sich schon mal von vielen seiner Bürger zu verabschieden. Doch völlig überrascht sah er sich jetzt auf der roten Couch und im Talk mit Frank Bühler, der nach der musikalischen Einführung durch Rudi Linges und der Begrüßung durch den früheren Südstadtbüro-Leiter Uwe Peters erst einmal betonte, dass dies eine Benefiz-Veranstaltung ist: "Meine Bedingung für den Südstadt-Talk war, dass ich etwas für die hiesigen Kindergärten tun kann." Und er wies schon auf die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr hin. Thönnessen betonte, wie sehr ihm die Südstadt und deren Entwicklung am Herzen liegt: "Die Südstadt hat ihre Seele wieder entdeckt." Dann gab er humorvoll einige Stationen seines Lebens wieder und erzählte, dass ihn und Frank Bühler die gleiche Leidenschaft treibt: "Wir sind Borussen-Fans und ich muss künftig meine Termine nach der Champions-League ordnen." Er meinte zum Abschluss: "Viersen steht jetzt ganz gut da." Von Ingrid Flocken

Dann machte er Platz für einen "Großvisagisten für Angela Merkel und Osama bin Laden". Mit Beifall begrüßten die Gäste im voll besetzten Maximilian-Kolbe-Haus Jacques Tilly, den weitbekannten Wagenbauer im Düsseldorfer Karneval. Der Kommunikations-Designer erzählte von den Problemen, die seine politischen Aussagen durch die Großfiguren auf den Wagen mit sich bringen: "Aber in Düsseldorf herrscht im Gegensatz zu Köln künstlerische Narrenfreiheit. Hier kann die Kirche nicht die Wagen kontrollieren. Wir sind weltanschaulich neutral." Dazu zeigte er Fotos von seinen diesjährigen Wagen mit dem Motto "Terrorismus hat nichts mit Religion zu tun." Als letzten Gast begrüßte Frank Bühler den WDR-Kämpfer Dieter Könnes, der sich erst mal die Schminke vom Fernsehauftritt abwischte: "Es gibt zwei Arten von Männern, die sich schminken: in Köln und beim Fernsehen." Könnes, der in Süchteln aufwuchs und dort Handball spielte, erzählte von seinen Begegnungen mit seinem Idol Heiner Brandt und dass er jetzt dessen Kollege als Handball-Experte sei. Als einen seiner wichtigsten "Kämpfe" bezeichnete er seinen Einsatz für eine junge Frau in Bangladesch, die in einer Textilfabrik arbeitete, aber studieren möchte. Und dann sprach er seinen Kampf für Organspenden an sowie sein neues Buch "Das gierige Bündnis".

Nach einer Pause, in der Frank Bühler mit seinem Hut die tolle Summe von 4120 Euro für den Kindergarten St. Joseph einsammelte, kam die Brüggener Sängerin Nadine Stapper mit ihrer Gruppe "Stimmlich" auf die Bühne. Die sieben jungen Frauen - Nadines Schwester Sarah im Rollstuhl - wurden nach einem tollen Vortrag von Liedern der 60er Jahre von den begeisterten Gästen erst nach der dritten Zugabe von der Bühne gelassen.

Quelle: RP
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