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Viersen
Three Side Jazz aus Münster treten beim Jazz Festival auf

Viersen. Mit jugendlichen Elan begeisterte das Quintett - der Älteste ist 18- das Publikum in der Rockschicht Von Ottmar Nagel

Wer am späten Freitagabend die Viersener Rockschicht verließ, dem begegneten vor lauter Freude hüpfende Jungs. Es waren Mitglieder der Band Three Side Jazz. Gut eine Stunde vorher hatten sie noch auf der Bühne gestanden und sich dem Urteil von Jury und Publikum gestellt. Die fünf jungen Musiker zwischen 15 und 18 Jahren hatten es in die Endrunde der Jazz Challenge geschafft.

Dieser Wettbewerb dockt seit 2014 an das Viersener Jazz Festival an und ist ein Projekt zur Nachwuchsförderung in Sachen Jazz. Konstantin Reinfeld, Mundharmonikavirtuose und Jazzstudent in Köln, ist der Schirmherr als Mitglied der Jury und Moderator des Abends.

Die erste der vier Bands, die es ins Finale geschafft hatten, war das Julius Schepansky Quartett, eine Band aus dem Westfälischen, die aus der Big Band der Glen Buschmann Jazz Academy hervorgegangen ist. Die Musiker zeigten sich sehr versiert auf ihren Instrumenten mit reichlich Raum für Improvisation. Bandleader Julius Schepansky setzte dabei am Klavier besondere Akzente, wobei die Rhythmusgruppe durch präzises Zusammenspiel ebenso überzeugte wie der kreative Gitarrist Matthias Spruch. Für viele war es eine Überraschung, dass Laboum um die tolle Sängerin Melody Awuah an diesem Abend auf der Bühne stand. Bei den Young Talents hatte sich das Trio für das Finale qualifiziert und auch jetzt gab es viel Beifall für die eigenwillige Popmischung mit grenzüberschreitender Stilistik und Groove Intention.

Improvisation pur - so verstand das Below/Neubauer Duo seinen Auftritt. Dabei machte es sich an Tasten und Percussioninstrumenten auf eine knapp 30-minütige Reise ohne Navigationsgerät. Hier ging es um das aufeinander Hören und Reagieren, um das Weiterspinnen musikalischer Fäden, um das Auskosten von Momenten - um Kommunikation. Das war fast über die ganze Länge spannend zu verfolgen und wurde mit viel Beifall honoriert.

Klassische Bandbesetzung, Rhythmusgruppe und zwei Bläser sowie jugendlichem Elan - damit begeisterten Three Side Jazz aus Münster. Diesen Elan konnten sie auch nach dem Konzert austoben, denn neben dem Julius Schepansky hatten sie sich dank der Publikumswertung einen Auftritt beim Viersener Jazz Festival erspielt. Lange hatte sich die Jury beraten. Die Entscheidung war schwierig, alle Beiträge waren von hoher Qualität und zeigten gleichzeitig, wie unterschiedlich Jazz sein kann - genauso wie beim Festival am kommenden Wochenende.

Quelle: RP
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