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Brüggen
Tipps für die Entwicklung Brüggens

Brüggen: Tipps für die Entwicklung Brüggens
Ausflügler besuchen gern den historischen Ortskern Brüggens. Für sie, aber auch für Einheimische werden mehr Stellplätze benötigt. Händler berichten, dass Kunden entnervt nach Hause fahren, wenn sie keinen Parkplatz finden. FOTO: Busch
Brüggen. Die Industrie- und Handelskammer hat für Brüggen eine Standortanalyse erstellt. Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde deutlich, was getan werden muss, damit sich Unternehmen, Händler, Fachkräfte und Touristen wohl fühlen Von Birgit Sroka

Im Kultursaal der Burg hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein die Ergebnisse ihrer Standortanalyse für Brüggen vorgestellt. Dafür war die Wirtschaftsstruktur unter die Lupe genommen worden. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz und Gregor Werkle, IHK-Referent für Wirtschaftspolitik, erklärten, welche Stärken und Schwächen Brüggen hat, gaben Tipps und berichteten von Erfahrungen anderer Gemeinden.

Anschließend wurde diskutiert. Bürgermeister Frank Gellen (CDU), Gerald Laumans, Geschäftsführer der Ziegelei Laumans, Goldschmiedin Betina Tönnissen und Bernhard Heimes, Geschäftsführer der Firma Elfio, kamen zu Wort. Auch das Publikum beteiligte sich an der Diskussion. "Wenn der Standort gut funktionieren soll, müssen ganz viele Rahmenbedingungen ineinandergreifen", sagte Werkle. "Die Unternehmen und der Einzelhandel sollen sich wohlfühlen, Fachkräfte vor Ort finden, und auch Touristen sollen in den Ort kommen."

Die Beschäftigung hat sich in Brüggen seit 1999 zwar um rund 37 Prozent erhöht, was ein überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zu NRW und dem Kreis Viersen darstellt, dennoch haben Unternehmen Probleme, Arbeitskräfte zu finden. Kritisiert wurde die schlechte Anbindung der Gewerbegebiete an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). "Man bekommt das Personal nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln her", betont Frank Büschgens, Geschäftsführer des Kunststoffrohr-Herstellers Peter van Eyk. Gellen und Steinmetz sicherten zu, sich im Rahmen der Beteiligung zum neuen Nahverkehrsbedarfsplan dafür einzusetzen, dass Bushaltestellen in den Gewerbegebieten eingerichtet werden. Auch die Anbindung zu einem Bahnhof steht auf der Wunschliste.

Das Parkplatzangebot in Brüggen wurde in einer Unternehmerbefragung unterdurchschnittlich bewertet. Tönnissen nannte Beispiele. "Ich habe Kunden, die fahren drei Runden durch Brüggen, finden keinen Parkplatz und fahren entnervt nach Hause." Sie überlege, sich ein Firmenfahrzeug zuzulegen, um bestellte Ware nach Hause zu liefern. Seit dem Bau des Ärztezentrums habe sich die Parkplatzsituation deutlich verschärft. "Die Bürger nehmen die vorhandene Tiefgarage nicht an", sagte Gellen, der hinzufügte: "Man muss es realistisch betrachten: Die Kunden können nicht bis in die Geschäfte fahren." Steinmetz riet, Parkplätze zu schaffen und diese kostenlos zur Verfügung zu stellen. "Das hat sonst Wirkung auf die Innenstadt und den Einzelhandel. Man verliert im Standortwettbewerb, wenn man sich nicht um die Parkplätze kümmert."

Laumans berichtete, dass er etwa bei Tagungen oft russische Gäste habe, die er in Düsseldorf einquartiere: "Ich bin davon abgegangen, Gäste in Brüggen unterzubringen. Das entspricht nicht mehr der Qualität, die erwartet wird." Monteure würden sich kleinere Pensionen suchen. Gellen stellte indirekt den Bau eines neuen Hotels in Aussicht - es hätten Gespräche mit einem Investor stattgefunden. Gellen: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das hier realisieren könnten."

Zudem wurden die Aktivitäten des Werberings und der IG Lebendiges Brüggen gelobt. Dennoch müssten Angebote der Gemeinde zeitgemäßer transportiert werden. Thema war auch der fehlende Glasfaseranschluss. Ein Grund, weshalb EDV-Dienstleister Heimes sein Service- und Schulungscenter in Viersen aufgebaut hat. Grund: "Hier gab es einfach nicht das richtige Angebot."

Quelle: RP
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