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Viersen
Tischballer holen Bundesliga nach Viersen

Viersen: Tischballer holen Bundesliga nach Viersen
Tischball-Verein Viersen mit Klaus Dieter Grefkes, Stadtsportsverbandsvorsitzenden Klaus Dieter Grefkes (Mitte ). FOTO: Busch
Viersen. Seit knapp zwei Jahren trainieren die Sportler im Maximilian-Kolbe-Haus. Jetzt richtet die integrative Tischballgruppe Viersen — nach Berlin und Frankfurt — am 17. und 18. September den dritten Spieltag in der Bundesliga aus Von Bianca Treffer

Eine rasante Entwicklung! Darin sind sich Stefan Peters und Stefan Lammertz einig. Die Sportlergruppe, die im Oktober 2014 klein im Maximilian-Kolbe-Haus in Viersen angefangen hat, ist heute in der Tischball-Szene deutschlandweit bekannt. Die integrative Tischballgruppe Viersen richtet sogar am 17. und 18. September einen Spieltag der Bundesliga aus - neben Berlin und Frankfurt. Seit zwei Jahren spielen die blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gemeinsam das rasante Spiel mit dem kleinen raschelnden Kunststoffball und den tischtennisartigen Schlägern auf dem 3,60 mal 1,20 Meter großen hölzernen Spielfeld.

Nachdem schon erste Turniere in Viersen stattgefunden haben - eines davon gleichzeitig eine Qualifikation für die NRW-Meisterschaft - und das aktuell zehnköpfige Team bereits zu etlichen Turnieren innerhalb Deutschlands gefahren ist, steht nun erneut eine Premiere ins Haus. "Wir richten am dritten Wochenende im September den dritten Spieltag der Bundesliga im Tischball aus", berichtet Lammertz.

Seit diesem Jahr gibt es erstmalig eine Bundesliga in der Sportart. Die erste Saison startete dabei im April mit zwei Spieltagen in Berlin, denen sich im Juni zwei weitere Spieltage in Frankfurt anschlossen. Nun ist Viersen an der Reihe, wobei in der Kreisstadt der Abschluss der ersten Saison stattfindet. "Wir hoffen, dass wir unseren derzeitigen Platz noch verbessern können. Momentan liegen wir an vorletzter Stelle", sagt Peters.

Insgesamt sind es Mannschaften aus sieben Städten, die in der Bundesliga spielen. Viersen bildet gemeinsam mit Moers und Paderborn die Mannschaften. Der Zusammenschluss ist nötig, weil es nicht genügend Spielerinnen gibt. Eine Mannschaft besteht aus drei Personen, darunter muss mindestens eine Frau sein.

Unter dem Namen "Movipa" treten Moers, Viersen und Paderborn in der Bundesliga gegen Hamburg, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Marburg und Dortmund an. In der Mannschaft spielen die drei Spieler abwechselnd, wobei jeder drei Aufschläge hat. Jede Mannschaft absolviert pro Spieltag fünf Spiele - vier Einzel und ein Triple.

Während in der Bundesliga gemischte Teams an den Start gehen, wird bei den Landesmeisterschaften und der Deutschen Meisterschaft getrennt. Die Geschlechtertrennung ist ein erster Schritt in Richtung paralympische Bestrebungen, denn die Paralympics sind das Ziel der Tischballer, deren Spiel auch als "Showdown" bezeichnet wird. Mit je zwei Frauen und zwei Männern fährt die Viersener Tischballgruppe selber zur Landesmeisterschaft und vielleicht gelingt der Sprung zur Deutschen Meisterschaft 2017. Dann könnten sich die Viersener vorstellen, dass sie in zwei Jahren auch einmal die Deutsche Meisterschaft in Viersen ausrichten.

Die Tischballgruppe Viersen möchte bekannter werden. "Wir brauchen mehr sehende Helfer und Trainer", sagt Lammertz. Daher hat die Gruppe den Antrag auf Aufnahme in den Stadtsportverband gestellt. Unter dessen Dach agieren 61 Vereine. "Wir sind eine große Sportgemeinschaft und freuen uns über die Anfrage. Einer Aufnahme steht nichts im Wege. Die Generalversammlung muss nur noch abstimmen", sagt Klaus-Dieter Grefkes, Vorsitzender des Stadtsportverbandes.

Quelle: RP
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