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Niederkrüchten
Unbekannte wüten an der Dirtbike-Bahn

Niederkrüchten: Unbekannte wüten an der Dirtbike-Bahn
Auf der Dirtbike-Bahn an der Lehmkul in Elmpt darf jeder fahren. Die Jugendlichen haben das Gelände für die Sprünge selbst angelegt. FOTO: Ahlen, Heike
Niederkrüchten. An der Anlage in Elmpt wurden Zaunelemente herausgerissen, die Drainage wurde zerstört. Die Jugendlichen, die Eigeninitiative und Herzblut in die Planung der Bahn gesteckt haben, sind fassungslos. Von Heike Ahlen

"Wer macht denn so was?" Das fragen sich Nils (15), Cedric (15), Till (14) und Gerrit (15) - und mit ihnen all die anderen Nutzer der Dirtbike-Bahn an der Lehmkul in Elmpt. In der Nacht vom 11. auf den 12. April haben Unbekannte Elemente des Zauns mit brachialer Gewalt herausgerissen und eine Drainage zerstört, die angelegt worden ist, um zu verhindern, dass sich nach langen Regenfällen Wasser auf der Bahn sammelt. Das aus dem Boden schauende Rohr ist abgebrochen, der Sickerschacht mit Kies verfüllt worden.

Die vier Jugendlichen verbringen jede freie Minute auf der Dirtbike-Bahn. Kleinere Beschädigungen entdecken sie immer wieder. Mal sind die Teppichmatten, die die Bahn eben halten, heruntergerissen, dann ist wieder jemand auf der Bahn herumgelaufen und hat Löcher in den festgepressten Lehm getreten. Letzteres geschehe manchmal aus Unwissenheit, sagen die Jugendlichen. Aber was jetzt passiert ist, kann man damit nicht erklären. "Es ist ja nicht nur unsere Arbeit, die kaputtgemacht wird, sondern das Eigentum der Gemeinde, das zerstört wird", sagt Nils.

Till (von links), Gerrit, Cedric und Nils halten eines der herausgerissenen Zaunelemente. Eine Firma wird den Zaun im Auftrag der Gemeinde nun reparieren. FOTO: Ahlen, Heike

Die Gemeinde hat nach Auskunft von Bauamtsleiter Hermann Derix bereits eine Zaunbaufirma mit der Reparatur der Elemente beauftragt. Wie die Drainage repariert werden soll, steht noch nicht fest. Auch die Kosten sind noch nicht kalkulierbar. Eine Versicherung, die diese Schäden auffangen würde, gibt es nicht.

In den letzten Monaten ist die innere "Line" komplett fertiggestellt worden, für die äußere, noch etwas längere, sind die ersten beiden Sprünge fertig. In der Mitte ist in Form einer Acht ein Bereich für Anfänger entstanden. "Aber den wollen wir auch noch etwas ausbauen, da sammeln wir im Moment Ideen", erzählen die vier Jungen.

Fahren darf auf der Dirtbike-Bahn jeder - "wenn er sich an die Regeln hält", unterstreicht Till. Ohne Helm darf niemand auf die Bahn. "Und auch Knieschoner sind dringend zu empfehlen." Es gibt spezielle Fahrräder, die auf die Belastung, die beim Springen entsteht, ausgelegt sind. Natürlich dürfe man auch mit einem Straßenfahrrad kommen, aber das werde nicht lange mitmachen, sind die jungen Experten sicher.

Niemand darf eigenmächtig an der Bahn etwas verändern, "nur in Absprache mit uns". Deshalb haben auch nur bestimmte Jugendliche einen Schlüssel zu dem kleinen Container, in dem sich Schaufeln und andere Gerätschaften zum Bahnbau befinden. Die Planungen für die Sprünge stammen von den Jugendlichen selbst. "Es dauert etwa ein Jahr, bis man weiß, wie man sinnvoll etwas baut", erklärt Till. Sie alle haben es von den älteren Bikern gelernt, die jetzt erwachsen sind, aber teilweise immer noch zur Bahn kommen.

Streetworkerin Alexandra Jansen versteht die Enttäuschung der Jugendlichen über den Vandalismus gut. Denn das Dirtbike-Projekt ist bislang in jeder Hinsicht ein Erfolg: Die Jugendlichen zeigen Eigeninitiative und Herzblut, sie erlernen soziale Kompetenzen, arbeiten im Team, halten sich an Absprachen und können täglich sehen, wie ihr Werk wächst. In zwei Monaten etwa, so schätzen die jungen Leute, sollen auch die äußere Line und die Anfängerbahn ganz fertig sein. Und sie hoffen inständig, dass niemand mehr etwas mutwillig zerstört.

Quelle: RP
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