| 16.47 Uhr

Unfall in Niederkrüchten
Gaffer pöbeln Retter nach Unfall an

Niederkrüchten. Ein 37-Jähriger aus Niederkrüchten hat sich am Samstag bei einem Unfall mit seinem Motorrad schwere Verletzungen zugezogen. Viele Schaulustige erschwerten den Rettungseinsatz der Feuerwehr.

Der Unfall ereignete sich am Samstag gegen 18.50 Uhr auf der Hauptstraße in Niederküchten-Elmpt. Laut Polizei war der Kradfahrer vermutlich zu schnell unterwegs, darauf deutete die gemessene Bremsspur.

Der Unfall selbst und auch die Landung eines Rettungshubschraubers lockten zahlreiche Gaffer an: Jugendliche und Erwachsene zückten ihre Handys und filmten die Szene – sogar, als der Schwerverletzte zum Hubschrauber getragen wurde.

Als Feuerwehrkräfte zu den Filmenden gingen, um ihnen die Aufnahmen zu untersagen, stießen sie teilweise auf Widerstand. "Wir wurden angepöbelt, es wurde in unsere Richtung gespuckt", sagt Einsatzleiter Jens Claßen, der stellvertretende Wehrführer. Einige seien der Aufforderung, die Dateien zu löschen, nachgekommen. Andere hätten das abgelehnt. "Wer Aufnahmen von Unfällen macht, begeht eine Straftat", stellt der Einsatzleiter klar. Dies gelte sowohl für Fotos oder Video, die gezeigt würden, als auch für Internet-Veröffentlichungen.

Bereits das Anfertigen von Bildmaterial sei strafbar. Dafür sieht Paragraf 201a des Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das bloße neugierige Zusehen wird als Ordnungswidrigkeit bestraft – mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Eine Verschärfung der Gesetze hat die Länderkammer auf den Weg gebracht. Für die Feuerwehr Niederkrüchten war es das erste Mal, dass sie auf so viele uneinsichtige Gaffern traf. Zum Unfall: Dabei war ein Niederkrüchtener (46) auf der Hauptstraße in Richtung Niederlande unterwegs, er wollte nach links in seine Grundstückseinfahrt einbiegen und bremste. Dies hat laut Polizei der in die gleiche Richtung fahrende Kradfahrer vermutlich übersehen. Er prallte auf das Heck des Fahrzeugs, stürzte und wurde schwer verletzt ins Hospital geflogen.

(hah/busch)
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