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Flüchtlinge in Niederkrüchten
Unterbringung in Elmpt ändert sich

Flüchtlinge in Niederkrüchten: Unterbringung in Elmpt ändert sich
Bislang konzentrierte sich die Unterbringung der Flüchtlinge auf die Mannschaftsunterkünfte (grün umrandet), künftig sollen vorwiegend die Reihenhäuser genutzt werden (rot umrandet). FOTO: Gemeinde Niederkrüchten
Niederkrüchten. In der Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Elmpter Flughafengelände sollen künftig in erster Linie Familien, Frauen mit Kindern und allein reisende Frauen untergebracht werden. Parallel laufen die Planungen zur Folgenutzung Von Jochen Smets

Im bisherigen Betrieb der Einrichtung hat sich gezeigt, dass sich vor allem die vorhandenen rund 380 Reihenhauswohnungen sehr gut zur Beherbergung "vulnerabler Personengruppen" eignen, wie es im Amtsdeutsch heißt. Vulnerabel (wörtlich: verletzlich) impliziert in diesem Fall die besondere Schutzbedürftigkeit dieser Menschen.

Darum hat der Rat der Gemeinde nun einer entsprechenden Änderung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Gemeinde Niederkrüchten zugestimmt. Darin heißt es: "Die Unterbringung konzentriert sich dabei aufgrund der vorhandenen Gegebenheiten überwiegend auf Familien, Frauen mit Kindern und auf alleinreisende Frauen (besonders schutzwürdige Personen)." Alleinreisende männliche Flüchtlinge sollen künftig eher in anderen Landeseinrichtungen untergebracht werden. Ein Großteil der Mannschaftsunterkünfte in den so genannten H-Blocks wird darum nicht mehr genutzt.

Noch bis zum 30. Juni dieses Jahres läuft die im Dezember 2015 eröffnete Einrichtung auf dem ehemaligen Flughafengelände als Notunterkunft für maximal 2500 Flüchtlinge. Diese Zahl ist jedoch nie erreicht worden und wird wegen der zuletzt nachlassenden Flüchtlingsströme wohl auch nicht mehr erreicht. Aktuell leben auf dem Gelände 640 Flüchtlinge, sagte Bürgermeister Kalle Wassong im Rat. Ab dem 1. Juli 2016 wird die Notunterkunft in eine so genannte Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) umgewidmet, befristet bis zum 30. Juni 2021. Eine Verlängerung der Laufzeit ist laut Vertrag "unter allen Umständen ausgeschlossen". Die Regelkapazität in der ZUE liegt bei maximal 1000 Personen. Im Notfall, das heißt bei einem dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen, soll eine Reservekapazität von 500 Personen zusätzlich vorgesehen werden. Die Maximalzahl läge dann bei 1500 Personen. Auch dem hat der Rat zugestimmt.

Für diese Hilfsbereitschaft hat Regierungspräsidentin Anne Lütkes ihrerseits der Gemeinde Entgegenkommen bei der Vorbereitung und Umsetzung des geplanten Gewerbe- und Energieparks auf dem früheren Militärgelände zugesagt. Die Gemeinde will hier einen Mix aus Natur, Gewerbe und erneuerbaren Energien schaffen. Herzstück der Planungen ist ein 150 Hektar großes Gewerbegebiet. 135 Hektar davon sind für großflächige Gewerbeansiedlungen vorgesehen, 15 Hektar für kleinere Betriebe. Etwa 40 Hektar, überwiegend im Bereich der früheren Start- und Landebahnen, sollen für die Erzeugung erneuerbarer Energien aus Sonne, Wind, Biogas und Biomasse genutzt werden.

In Kürze soll die Entwicklungsgesellschaft "Energie- und Gewerbepark Elmpt" (EGE) gegründet werden. Im Boot sind die Gemeinde Niederkrüchten, der Kreis Viersen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Die EGE soll zeitnah Kaufverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) aufnehmen. Die Bima vertritt den Bund, an den das Militärgelände nach dem Abzug der Briten zurückgefallen ist.

Ziel der Gemeinde Niederkrüchten ist es, während des auf fünf Jahre befristeten Betriebs der ZUE die planerischen Voraussetzungen zu schaffen, um nach der Freigabe des Geländes mit der Umsetzung der Pläne beginnen zu können.

Quelle: RP
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