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Kreis Viersen
Unwetter: Fast 100 Einsätze

Kreis Viersen: Unwetter: Fast 100 Einsätze
Tiefschwarz war der Himmel am Donnerstagabend über dem Kreis Viersen, stellenweise fielen 40 Liter Regen pro Quadratmeter. FOTO: Busch
Kreis Viersen. In Niederkrüchten fielen am Donnerstagabend 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Wassermassen fluteten Straßen, hoben Gullideckel hoch und ließen Keller volllaufen. In Brempt stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Von Anne Goch und Gerd Udtke

Es gibt tatsächlich regelrechte Unwetter-Fans, die sich nach der langen Vorankündigung für die heftigen Gewitter vorgestern Abend allen Ernstes schon das Bier kalt gestellt hatten, um dann das Panorama geschützt auf dem Balkon zu genießen. Sie kamen auf ihre Kosten: Aus einem Himmel, der zwischen giftig gelb, satt lila und tiefschwarz wechselte, fielen zwischen 37 und 40 Liter pro Quadratmeter Regen zum Beispiel in Brüggen und Niederkrüchten – damit lag der Kreis Viersen bei den Wassermassen in Nordrhein-Westfalen ganz vorn. Der Deutsche Wetterdienst gab als Spitzenreiter Essen mit 41 Litern und Aachen mit 38 Litern bekannt.

Ruhiger wurde es für die Feuerwehren. Die Viersener Wehr rückte 25 Mal aus, an manchen Einsatzstellen war das Wasser auch schon wieder abgeflossen, als die Kräfte eintrafen. Ein paar Keller wurden ausgepumpt, hochgehobene Gullideckel zurückgelegt, und in den Morgenstunden gab es noch einen umgestürzten Baum. Schwalmtal verzeichnete einen einzigen Einsatz – ein abgebrochener Ast in Hostert. Die Niederkrüchtener Wehr rückte sechs Mal aus. An der Elmpter Heinrichstraße waren Keller voll gelaufen, andernorts drohte das Wasser von höher gelegenen Feldern in die Häuser zu laufen. Gegen 22 Uhr stürzte dann noch ein Baum auf ein fahrendes Auto in Brempt, erwischte es aber so, dass dem Fahrer nichts geschah und es bei Sachschaden blieb. Auch in Brüggen zählte man nur eine Handvoll Einsätze. "Das ganz große Unwetterchaos, wie wir es in der Vergangenheit schon hatten, ist ausgeblieben", sagt Brüggens Wehrführer Werner Gumpert. An vielen neuralgischen Stellen – wie dem Westring in Brüggen – habe man inzwischen Nachbesserungen am Kanalnetz vorgenommen, so dass die Straße zwar kurzfristig unter den Wassermassen verschwunden war, das Wasser jedoch auch schnell wieder ablief. Als Folge des Gewitters brach gestern Morgen noch eine Baumkrone und fiel auf die Umgehungsstraße.

Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr im Kreis 94 Einsätze nach 170 Notrufen. Als Fehlalarm erwies sich der Anruf, der Anrather Kirchturm würde brennen. Dabei handelte es sich zum Glück um eine optische Täuschung. "Es war sehr düster, ein Scheinwerfer mit orangefarbenem Licht strahlte den Kirchturm mit seinen metallisch-spiegelnden Dachoberflächen an", sagte der Sprecher des Anrather Löschzugs, Lars Greiner, der RP. "Das wirkte vor dem Hintergrund des vom Wind verwehten Regens wie Feuerschein."

Das Phänomen dampfender Gischt in den Pausen des Gewitters beobachteten auch Menschen an anderen Orten im Kreis, aber nirgendwo kam es zu weiteren Fehlalarmen. Die Polizei im Kreis spricht von einer eher ruhigen Nacht. Sie fuhr 15 Einsätze, in erster Linie wegen automatischer Alarmauslösungen. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
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