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Schwalmtal
Vandalen kokeln Spielturm an

Schwalmtal: Vandalen kokeln Spielturm an
Petra Götz, hier im Spielturm an der Schillerstraße, kümmert sich bei der Gemeindeverwaltung um die Spielplätze. Das Spielgerät wird jetzt abgebaut, Götz will Ersatz beschaffen. FOTO: biro
Schwalmtal. Immer wieder werden Spielplätze in Schwalmtal verdreckt und beschädigt. Das alte Spielhäuschen auf der Anlage an der Schillerstraße hat nun Brandflecken. Vor wenigen Tagen wurde ein Wipp-Elefant im Kaiserpark zerstört Von Birgitta Ronge

Das große Spielgerät auf dem Spielplatz an der Schillerstraße in Waldniel hat einiges hinter sich: In den Handlauf der Rutsche wurden Kerben geritzt, vielleicht mit einem Messer. Innen und außen wurde das Holzhäuschen, das den Mittelpunkt des Spielgeräts bildet, mit Farbe besprüht. So mancher hat dort einen Schriftzug hinterlassen, der von jugendlichem Verliebtsein zeugt. Irgendwann in den vergangenen Tagen haben Unbekannte im Häuschen offenbar Feuer gemacht: An zwei Stellen im Inneren ist das Holz schwarz verkohlt.

Das Spielgerät wird jetzt abgebaut. Nicht wegen der jüngsten Brandflecken, sondern wegen der Verschleißerscheinungen: An der Rutsche etwa hat sich im unteren Teil die Beschichtung gelöst. "Daran kann sich kein Kind verletzen, aber das bremst", sagt Petra Götz, die sich bei der Gemeindeverwaltung um die Spielplätze kümmert. Eine neue Rutsche zu bestellen, wäre unrentabel gewesen. Also lässt die Gemeinde das Spielgerät jetzt abbauen. Götz will Ersatz bestellen, sie rechnet mit etwa 5000 Euro.

Immer wieder werden Spielplätze in der Gemeinde verdreckt und beschädigt. 23 Spielplätze gibt es im Gemeindegebiet insgesamt, alle werden wöchentlich von Mitarbeitern des Bauhofs abgefahren. Wenn bei der Gemeindeverwaltung bekannt ist, dass einzelne Flächen häufig verdreckt sind, werde dort auch häufiger kontrolliert, erklärt Götz. An der Friedenstraße in Waldniel etwa "geht in den vergangenen Wochen richtig was ab", hat Götz festgestellt. Es sei ja okay, wenn sich Jugendliche dort treffen, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin, "aber wenn sie trinken und dann Flaschen, Scherben und Müll zurücklassen, geht das natürlich nicht".

Alle vier Wochen werden alle Spielgeräte im Gemeindegebiet gewartet, auf Funktion und Verschleiß geprüft. Einmal im Jahr gibt es eine Generalinspektion für alle Geräte. Den Müll sammeln die Bauhofmitarbeiter ein, wenn sie ihn bei ihren Kontrollen finden. Sie fahren auch raus, wenn Anwohner im Rathaus anrufen und Unrat melden. Der Müll ist das eine. Mit anderen Hinterlassenschaften nehmen Vandalen offenbar bewusst in Kauf, dass sich Kinder verletzen können: "Als wir kürzlich im Lunapark in Amern waren, hatten Unbekannte Scherben in den Sand eingebuddelt", berichtet Götz.

Im Kaiserpark wurde kürzlich das Kletternetz wieder aufgestellt - das Geld für neue Seile hatte der Verein Bündnis für Familie aufgebracht. Eine große Spielkombination mit Röhrenrutsche und Hochseilgarten will die Gemeinde noch in diesem Jahr dort aufstellen. An der Schillerstraße dauert es sicherlich bis zum Winter, bis das neue Spielgerät aufgestellt werden kann, schätzt Götz. Dann soll die Anlage hergerichtet werden. Die Sitzgruppe sieht mit der Farbschmiererei nicht mehr einladend aus. An einem Baum dort wurden Äste abgeschlagen, "mit einem Besenstiel vermutlich", sagt Götz, "den haben wir gefunden".

Auch auf anderen Anlagen werden Dinge kaputt gemacht. "Mit Messern angeritzt, mit einem Hammer eingeschlagen, mit einem Feuerzeug angekohlt", zählt Götz auf. Jüngstes Opfer: ein Wipp-Elefant, der im Kaiserpark in Waldniel stand und den man im Rathaus "Benjamin" nannte. Er wurde vor einigen Tagen aus der Feder gerissen. Reparieren konnte man das Tier nicht mehr. Götz schüttelt den Kopf: "Wir werden uns jetzt die Spielplätze ansehen und kalkulieren müssen, welche Mittel wir brauchen, um alles in Ordnung zu bringen."

Quelle: RP
 
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