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Brüggen
Verstopfte Borner Straße abzusehen

Brüggen. Ein Verkehrsgutachten prognostiziert für die Borner Straße katastrophale Zustände, wenn mehr Fahrzeuge dort entlang fahren. Damit ist zu rechnen, denn Aldi zieht nach gegenüber, Lidl erweitert, neue Wohngebäude sollen entstehen. Von Birgit Sroka

Eine niederschmetternde Prognose zum künftigen Verkehrsaufkommen auf Brüggens Hauptachse unterbreitete ein Mitarbeiter des Büros TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen aus Essen dem Ausschuss für Bauen und Klimaschutz. An insgesamt sieben Knotenpunkten wurde ausgehend von der Kreuzung B221/Borner Straße bis zum Hagenkreuzweg der Verkehrsfluss in beiden Richtungen untersucht. Videokameras wurden aufgestellt, vormittags und nachmittags wurde der Verkehr gezählt. In Form von Schulnoten wurden dann die Knotenpunkte bewertet, wobei A die beste Note und F ein glattes "Ungenügend" ist.

Die Burggemeinde versucht seit geraumer Zeit durchzusetzen, dass an der Kreuzung der B 221 mit der Borner Straße ein Kreisverkehr installiert wird. Der Landesbetrieb würde die Kreuzung stattdessen lieber ausbauen, da dies kostengünstiger wäre.

Das Gutachten besagt, dass ein Ausbau nicht ausreichend wäre - und schon jetzt die Zustände dort in der Nachmittagsspitze mit der Note "F" bewertet werden. Bei der Verkehrsaufkommensanalyse wird berücksichtigt, dass bis zum Jahr 2020 ein jährlicher Zuwachs von 0,2 Prozent zu erwarten ist.

Das ist längst nicht alles: Die Gemeinde plant neben der Erweiterung des Lidl-Marktes an der Borner Straße auch die Verlagerung des Aldi-Marktes in die Nähe des Rewe-Marktes, hinzu kommen soll dort ein Discounter-Drogeriemarkt. Auf dem dann freiwerdenden Aldi-Gelände sind Wohngebäude vorgesehen. Außerdem wird das brachliegende Laumans-Gelände nicht mehr lange ungenutzt bleiben. Hier ist die Rede von eventuellen Seniorenwohnanlagen.

All diese Faktoren werden dazu führen, dass noch mehr Fahrzeuge - Pkw und Lkw - in den Ort hineinfahren und auch wieder hinaus fahren müssen. Zusätzliches Verkehrsaufkommen durch Anwohner, Besucher und Einkaufende wird die Ein- und Ausfahrten sowie den fließenden Verkehr stark belasten. So ist zu erwarten, dass im Kreuzungsbereich des Vennmühlenwegs kaum eine Chance bleibt, in den fließenden Verkehr einzuscheren.

Auch die Kreuzung am Hagenkreuzweg wird noch stärker in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn der Verkehr auf der kompletten Borner Straße stockt. Die Zufahrt zum Rewe-Markt wird direkt gegenüber der Einfahrt zu dem kommenden Wohngebäude-/Geschäftsgebäude-Bereich liegen und scheint auf ein "ungenügend" zuzusteuern.

Die Lösung sehen die Experten in einem Lückenschluss mit einer Einbahnstraßen-Regelung im Weihersfeld sowie einem kleinen Kreisverkehr beim Rewe- und künftigen Aldi-Markt und einem großen Kreisverkehr auf der Kreuzung Borner Straße/B 221. Unglücklicherweise wurde bei den gesamten Planungen die Fußgänger- und Fahrradfahrer-Situation noch nicht berücksichtigt.

Rolf Gersemann (AWB) bat darum, in einer möglichen Simulation des Verkehrsflusses auch die Radfahrer einzubeziehen. Gottfried Optenplatz (SPD) sieht das Gutachten als gute Argumentationshilfe für einen Kreisverkehr an der B 221. "Die neuen und fundierten Daten können helfen. Wenn die Straßenlastträger den Kreisverkehr nicht finanzieren wollen, dann müsste man nach fünf Jahren die Straße schon wieder umbauen."

Bauamtsleiter Dieter Dresen deutete auch an, dass der Skaterplatz für die Jugendlichen verlegt werden soll. "Ein neuer Platz ist angedacht", sagte Dresen. Er sieht die Notwendigkeit darin, nun das Straßenverkehrsamt zu überzeugen und eine mögliche Finanzierung zu klären. Seine Prognose zu dem Verfahren: "Da ist viel Geduld nötig." Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, die vorliegende verkehrsgutachterliche Untersuchung für die Borner Straße um eine "mikroskopische Verkehrsflusssimulation" zu ergänzen. Die Verwaltung soll nun einen entsprechenden Auftrag erteilen.

Außerdem wird der Vorschlag zur Herstellung einer neuen Verbindung zwischen der westlichen Straße Weihersfeld und dem geplanten Kreisverkehr auf der Borner Straße - der Lückenschluss - grundsätzlich befürwortet. Zur Einschätzung der technischen und finanziellen Machbarkeit wurde die Verwaltung ermächtigt, einen Planungsauftrag zu erteilen.

Quelle: RP
 
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