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Schwalmtal
Verwirrung um den Serienbankräuber

Schwalmtal: Verwirrung um den Serienbankräuber
Bislang ging der Serienräuber vorsichtig und dezent vor. In Waldniel zieht er seine Waffe gleich nach dem Betreten der Sparkasse. Ein Grund könnte sein, dass er nun maskiert ist und er darum folgerichtig sofort zur Waffe greift. FOTO: Polizei
Schwalmtal. Auch hinter dem Überfall auf die Sparkassen-Filiale in Waldniel vermutet die Polizei den gesuchten Serienräuber. Auffällig ist aber, dass er seine Vorgehensweise offenbar geändert hat - und ebenso die Hand, mit der er die Waffe hält. Von Heike Ahlen

Ein Richter hat die Bilder aus der Überwachungskamera der Waldnieler Sparkasse zur Fahndung in der Öffentlichkeit freigegeben. Und daran fällt auf: Die Jacke mit der Aufschrift "Crime League" und der Zahl "58" auf der linken Brustseite ist das gleiche Modell, das der mutmaßliche Serienräuber bei den Überfällen in Viersen und Odenkirchen am 8. April getragen hat.

Ob es sich nun nur um das gleiche Modell oder tatsächlich um dieselbe Jacke handelt, kann man auf dem Foto nicht sehen. Aber auf jeden Fall hat die Ermittlungskommission "Brille" bei der Neusser Polizei den Fall nun offiziell übernommen. 1500 Euro hat die Sparkasse für die Ergreifung des Täters als Belohnung ausgelobt. Für die anderen 17 Taten beläuft sich die Summe der Belohnungen auf 29 000 Euro.

Banküberfall in Schwalmtal FOTO: Polizei

Wie viel Geld der Täter in Waldniel erbeutet hat, dazu macht die Polizei nach wie vor keine Angaben. Allerdings dürfte er mit dem Geld nichts anfangen können, da nach dem Verlassen der Sparkasse ein Sicherheitspack explodierte. Geld und Tasche wurden dadurch rot eingefärbt. Beides ist bislang nicht gefunden worden.

Die zweite Auffälligkeit: Auf den Bildern bei vielen bisherigen Überfällen hält der Täter seine Waffe mit der linken Hand. Auf den Aufnahmen in der Waldnieler Sparkasse ist es dagegen eindeutig die rechte Hand. Noch ein Unterschied: Bislang hatte er die Waffe nur bei sich und zeigte sie dann dem jeweiligen Kassierer eher unauffällig.

In Waldniel geht er mit ausgestrecktem rechten Arm und gezogener Waffe auf das Kassenhäuschen zu. Die Ermittlungskommission äußert sich noch nicht dazu, wie sie diese Auffälligkeiten bewertet, prüft weiter und geht allen Hinweisen zu den Fällen nach. Die nehmen die Beamten unter der Telefonnummer 02131/300-0 entgegen und sammeln alles, was auf die Identität des Täters schießen lässt. Oder darauf, wo er vielleicht nach dem Überfall in Waldniel gesehen worden ist.

Neu hinzugekommen sind gestern auch die Bilder aus der Überwachungskamera der Sparkassen-Filiale an der Hauptstraße, die am Mittwoch vergangener Woche überfallen worden war. Da wird deutlich, was die bereits veröffentlichte Personenbeschreibung auch schon nahe legte: Der Täter hat sich zwischen den Taten in Viersen und Odenkirchen, die im Abstand von drei Stunden verübt worden sind, nicht umgezogen. Was es nun mit der Jacke auf sich hat, die er dabei und augenscheinlich auch in Waldniel trug, darüber kann man nur spekulieren. Und es kann auch sein, dass der Täter mitbekommen hat, dass die Polizei einen Linkshänder sucht und deshalb beim Überfall in Waldniel die Waffe bewusst in der rechten Hand hielt.

Quelle: RP
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