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Viersen
Vibraphon statt Gitarre beim Viersener Jazz Circle

Viersen. Für Susan Weinert sprang Izabella Effenberg ein

Die drei Buchstaben des "W.O.W."-Trios stehen für das Ehepaar Susan (Gitarre) und Martin Weinert (Kontrabass) sowie den Saxophonisten Andrzej Olejniczak. Eine unvorhersehbare Erkrankung der Gitarristin stellte plötzlich das Konzert im Süchtelner Weberhaus infrage. Aber im Jazz ist man das Improvisieren gewohnt. Die wie Olejniczak aus Polen stammende Vibraphonistin Izabella Effenberg konnte als Vertretung gewonnen werden. Damit entstand zwar eine neue Klangkombination. Die aber war durchaus reizvoll. Die vorher immer wieder gestellte Frage, ob Izabella mit dem Fußballer Stefan Effenberg verwandt, verschwägert oder verheiratet sei, war schnell beantwortet: Sie ist es nicht.

Überlegungen, ob das Trio statt "W.O.W." in seiner neuen Kombination jetzt "owe" heißen müsste (gesprochen o weh) für Olejniczak, Weinert, Effenberg, und ob der Name vielleicht Schlimmes fürs Zusammenspiel befürchten ließe, war natürlich nicht ernst gemeint. Es gab auch keinen Grund zur Sorge. Wie Martin Weinert mitteilte, spielte man nicht das erste Mal zusammen. Und die Besetzung mit Vibraphon, Saxophon und Kontrabass klang gut. Die meisten Themen stammten aus dem neuesten Album. Es heißt "Fjord", weil die Idee zur Konzeption in Norwegen entstand. Vor allem das Bild "Sommertag" des Malers Edvard Munch, erläuterte der Kontrabassist, habe seine Frau zur aktuellen CD angeregt.

Von Susan Weinert stammte der erste Beitrag des Abends, "Your Eyes". Der hatte eine träumerische Note, auch wenn es bei den Improvisationen dann auch durchaus flott zur Sache gehen konnte. Schnell huschten vier Schlegel übers Vibraphon; eine pikant klingende Kombination wurde mit einem Unisono von gestrichenem Bass und Sopransaxophon vorgetragen.

"Das Windrad" war ein Thema, das Martin Weinert komponiert und seiner Frau Susan gewidmet hatte. Es begann mit einem Bass-Solo, abwechselnd gezupft und gestrichen - und manchmal auch beides gleichzeitig. Ein ausführliches Solo auf dem Tenorsaxophon erinnerte an Be-Bop-Improvisationen. Stilistisch war das Trio nicht einseitig ausgerichtet: Auf afrikanischen Wurzeln baute "A Day Like This" auf. Man konnte staunen, wie viel Groove ohne Schlagzeug möglich war.

Die zunächst aus Verlegenheit entstandene Besetzung fand problemlos zueinander und erspielte sich mit virtuosen Soli und sicherem Zusammenspiel schnell die Sympathien des Publikums.

(gho)
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