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Niederkrüchten
Viele Besucher beim ersten Orgelkonzert

Niederkrüchten. Volker Mertens gestaltete in Niederkrüchten ein abwechslungsreiches Programm an der neuen Orgel

Eine außergewöhnlich schöne neue Orgel, so wie sie seit Pfingsten in St. Bartholomäus Niederkrüchten steht, ist für den Kirchenmusiker nicht nur Freude, sondern auch Verpflichtung. Dass Volker Mertens diese sehr ernst nimmt, zeigt die Fülle von bereits avisierten Veranstaltungen, die das Werk des Mönchengladbacher Orgelbauers Martin Scholz auf unterschiedliche Weise präsentiert.

Waren bereits die Orgelmeditationen gut besucht, so konnte Mertens sich bei seinem ersten Orgelkonzert nun über ein stattliches Auditorium freuen. "Eine der prächtigsten Orgelkompositionen des Meisters" nannte der Musikhistoriker Philipp Spitta Präludium und Fuge D-Dur BWV 532 von Johann Sebastian Bach, womit Mertens in festlicher Registrierung seinen Vortrag begann. Der einnehmend virtuose Habitus mit hohen spieltechnischen Anforderungen - vor allem, was das Pedal betrifft - nahm das Publikum ebenso gefangen wie die eingängige Klangsprache.

"Fünf Stücke für eine Spieluhr", die Joseph Haydn auf die mechanischen Laufwerke einer Spieluhr bringen ließ, bildeten - nicht zuletzt dank ganz zurückgenommener Registrierung - einen reizvollen Kontrast zu den mächtigen Bach-Klängen. Jean Antoine le Blanc (1793-1869) schrieb mit "La Procession" ein zu seinen Lebzeiten beliebtes programmatisches Orgelstück, geprägt von frommen Gesängen der Pilger, von Marschmusik und - als dramatischem Höhepunkt - einem beängstigend grollenden Gewitter. Dies wusste der Interpret mit passenden Registerfarben und dem mächtig dreinschlagenden Gong - eine Besonderheit dieser Orgel - faszinierend und fast naturalistisch in Töne zu gießen. Großartig!

Beim "Grand Choeur dialogué" des Franzosen Eugène Gigout (1844-1925) wurden äußerst wirkungsvoll das Hauptwerk und das Schwellwerk der Orgel im Marschrhythmus einander gegenübergestellt.

Nachdem in Théodore Salomés (1834-1896) einschmeichelnder "Cantilène" noch einmal die samtweichen Register des vielfältigen Orgelwerks zu bewundern waren, erklang zum Abschluss "Carillon de Westminster", ein reizvolles, vom Big Ben in London inspiriertes Tongemälde, voller Anmut und geprägt von brillanter Spielkultur.

Dann wollte der Applaus nicht enden, und Mertens dankte mit dem "Einzug der Königin von Saba" aus dem Oratorium "Salomo" von Georg Friedrich Händel.

(oeh)
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