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Viersen
Viele Fragen zur Stromautobahn

Viersen: Viele Fragen zur Stromautobahn
Projektsprecher Jonas Knoop erläutert einem Anwohner die Karte: Wo die roten Flecken auf der Karte sind, ist Wohn- oder Gewerbebebauung. Dort kann das Erdkabel nicht verlegt werden. FOTO: busch
Viersen. Netzbetreiber Amprion informierte gestern in der Viersener Fußgängerzone über die geplante Erdkabel-Verlegung.

Die große Karte von NRW im Infomobil des Unternehmens Amprion wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Tiefrote Flecken wechseln sich mit roten ab. Dazwischen liegen gelbe Flecken in unterschiedlichsten Schattierungen. "Das Tiefrote sind Flächen, durch die wir auf keinen Fall gehen werden. Das Rote kennzeichnet die Bereiche, die ebenfalls umgangen werden sollten", erklärt Jonas Knoop. Dabei deutet der Projektsprecher von Amprion auf Viersen, das in den beiden dunklen Farben hinterlegt ist. "Dann sind wir ja gar nicht betroffen", bemerkt einer der aufmerksam zuhörenden Besucher im Infomobil. Ein Nicken von Knoop. Viersen habe mit im Untersuchungsraum gelegen, den man betrachtet habe, um mögliche Korridore für die Leitung zu finden. Aber stark mit Wohn- und Gewerbebebauung geprägte Flächen seien entsprechend herausgefallen, fügt der Projektsprecher an. Und dazu gehöre auch Viersen. Während einige damit sofort das Interesse an einer der Hauptschlagadern der Energiewende verlieren, die Amprion plant, wollen andere Bürger mehr wissen.

Die geplante Erdkabelprojekt zwischen der Nordsee und dem Rheinland, der sogenannte Korridor A, der auch durch den Kreis Viersen führen wird, interessiert generell. Anhand der Karten und mit Hilfe von weiterem Material, das digital vorgestellt wird, erklären die vier Mitarbeiter im Infomobil die möglichen Trassenkorridore und damit den groben Leitungsverlauf. "Unser Ziel ist es, frühzeitig Hinweise von Bürgern aufzunehmen, die bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden sollen", sagt Knoop. Gerade Landwirte und Naturschützer haben seit August, dem Start der Infomobiltour von der Nordsee bis nach NRW, zahlreiche Bedenken geäußert. In Viersen hingegen sind es mehr allgemeine Fragen zur Vorgehensweise. Knoop erklärt, dass das Kabel zwei Meter tief in der Erde liegen wird und dass ein 35 Meter breiter Streifen für den Bau der Trasse benötigt wird. Ein 24 Meter breiter Schutzstreifen bleibt letztendlich bestehen, der weder bebaut noch mit Bäumen bepflanzt werden darf.

Er erläuterte die weitere Vorgehensweise, die nach der Infomobiltour eine Auswertung der gesammelten Informationen vorsieht, bei der auch die Flächennutzungspläne der betroffenen Gemeinden einfließen werden. Daraus erarbeitet Amprion einen Vorzugskorridor, der im Frühjahr 2018 festliegen soll. Damit geht es in das Genehmigungsverfahren und zum Antrag bei der Bundesnetzagentur. Viersen war indes die vorletzte Station in der Reise mit dem Infomobil. Den Abschluss bildete eine Infoveranstaltung in Tönisvorst.

(tre)
 
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