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Kreis Viersen
Viele Mandel-OPs im Kreis Viersen und in Mönchengladbach

Kreis Viersen. Eine Mandelentzündung ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch schmerzhaft sein. Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind ihre beschwerlichen Begleiter. Früher wurden die Mandeln bei Kindern und Jugendlichen recht schnell entfernt. Heute ist man vom raschen operativen Eingriff zunehmend abgerückt und setzt auf konservative, das heißt die Mandeln erhaltende Behandlungen. In Mönchengladbach jedoch wird immer noch überdurchschnittlich viel operiert.

Diesen Hang zur OP belegen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, hinweist. Im Bundesdurchschnitt wurden bei 48 von 10.000 Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren die Gaumenmandeln entfernt. Im Kreis Viersen liegt der Wert bei 63,5 pro 10.000. In Mönchengladbach sogar bei 65,11. Das ist viel, aber keineswegs ein Spitzenwert. Den hat Schweinfurt mit 109 OPs auf 10.000 Kinder aufzuweisen, gefolgt von Bremerhaven mit 106. Am seltensten werden im thüringischen Kreis Sonneberg die Mandeln entfernt, nämlich nur bei 14 von 10.000. Auch Cottbus und der Kreis Nerustadt haben mit 18 beziehungsweise 19 pro 10.000 sehr geringe Werte aufzuweisen. Woher diese gewaltigen regionalen Unterschiede kommen, kann die Studie nicht definitiv sagen. Es können medizinische Gründe sein, aber mögliche wirtschaftliche Interessen der Krankenhäuser seien nicht gänzlich auszuschließen.

Ärzte sind heute deutlich zurückhaltender damit, was Mandel-OPs angeht. Studien belegen, dass es gesundheitlich sinnvoll ist, die Mandeln zu erhalten. "Nur wenn häufige Entzündungen oder andere medizinische Gründe vorliegen, wird operiert", sagt Harald Prager von der DAK-Gesundheit in Mönchengladbach. Werden Mandelentzündungen durch Streptokokken hervorgerufen, können Herzerkrankungen oder Rheuma Spätfolgen sein. Solche Fälle werden aber heute seltener beobachtet.

(jov/riet)
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