| 21.10 Uhr

Feuerwehreinsatz in Dülken
Vier Menschen bei Brand verletzt - Bewohner festgenommen

Mehrere Verletzte bei Hausbrand in Dülken
Mehrere Verletzte bei Hausbrand in Dülken FOTO: Günter Jungmann
Dülken. Ein Mann soll seine Wohnung in Brand gesetzt haben. Vier Menschen mussten aus dem Sechs-Parteien-Haus gerettet werden: Ein 18-Jähriger sprang aus dem Fenster im ersten Stock und verletzte sich. Das Motiv ist noch unklar. Von Daniela Buschkamp

Was genau sich am Sonntagnachmittag in einer Erdgeschosswohnung eines Einfamilienhauses in Dülken abgespielt hat, kann die Polizei derzeit nur vermuten. Fest steht: Die Wohnung an der Straße "Am Röttchen" brannte vollständig aus. Vier Menschen wurden dadurch verletzt, drei davon mussten in Krankenhäusern behandelt werden. das Haus ist zurzeit unbewohnbar; die Mieter sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen.

Der 65-Jährige Mann, der dort allein lebte, hat laut Polizei seine Wohnung in Brand gesetzt, zur Tatzeit stand er unter Alkoholeinfluss. "Wir gehen davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde", erklärte ein Sprecher der Polizei. Ob der Mann sich damit das Leben nehmen wollte, konnte der Sprecher gestern nicht bestätigen. Eine entsprechenden Ankündigung oder einen Abschiedsbrief habe man nicht vorgefunden. "Mehr zu den Motiven werden die weiteren Ermittlungen zeigen", so der Sprecher.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei soll der Mann gegen 14.23 Uhr seine Wohnung in Brand gesetzt haben. Er war allein, aber die anderen Wohnungen in dem Sechs-Parteien-Haus waren nicht leer. Die Hausbewohner konnten sich teilweise über Leitern aus dem brennenden Gebäude retten. Dramatisch: Ein 18-Jähriger sprang aus einem Fenster in der ersten Etage. Er zog sich dabei eine Fraktur zu und litt außerdem unter einer Rauchgas-Vergiftung. "Die Wohnung im Erdgeschoss brannte vollständig aus", erklärt Hans Jürgen Thevessen, stellvertretender Wehrleiter. Die Rauchgas-Enwticklung sei sehr stark gewesen. Zunächst sei der Löschzug Dülken zu dem Wohnungsbrand ausgerückt; er habe dann weitere Verstärkung durch den Löschzug Süchteln erhalten: Insgesamt waren 48 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Hauptwache war laut Thevessen an diesem Einsatz nicht beteiligt; sie war an einem anderen Ort im Einsatz. Die Leitung des Einsatzes hatte Michael Lammertz; auch Wehrleiter Frank Kersbaum kam später zum Brandort.

Eine außergewöhnliche Schwierigkeit für die Retter seien die Wetterverhältnisse gewesen. "Die Anfahrt bei dem Schneechaos war durchaus eine Herausforderung", sagt der stellvertretende Wehrleiter. Das Löschen des Wohnungsbrandes selbst habe keine außergewöhnlichen Probleme bereitet. Gegen 17 Uhr habe die Feuerwehr wieder abrücken können.

Insgesamt mussten vier Bewohner medizinisch versorgt werden, die Rettungskräfte aus Nettetal, Kempen, Niederkrüchten und Viersen taten dies teilweise noch vor Ort. Drei Menschen mussten per Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht werden, darunter auch der Mann, dessen Wohnung brannte.

Die Polizei nahm den 65-Jährigen vorläufig fest. Sie vermutet, dass er das Feuer in seiner Wohnung vorsätzlich gelegt haben soll. Der Mann soll am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden.

 
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