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Viersen

Viersen. Frau Bünger, morgen feiert die Janusz-Korczak-Realschule Ihren Einstand als neue Schulleiterin. Sind Sie aufgeregt?

Birgit Bünger Aufgeregt bin ich nicht, aber ich freue mich sehr darauf.

Haben Sie sich gewünscht, auch mal eine Schule zu leiten, was schätzten Sie an dieser Tätigkeit?

Bünger Die Aufgabe in der Schulleitung hat sich ergeben. Als meine erste Tochter klein war, habe ich ein paar Monate Elternzeit genommen und danach Teilzeit weiter gearbeitet. Dadurch kam ich mit dem Bereich Schulentwicklung in Kontakt. Mir hat es immer Spaß gemacht, Dinge mit zu entwickeln - sowohl bei den eigenen Fächern, als auch innerhalb der Schule. Seit 2001 konnte ich mich an der Janusz-Korczak-Realschule im Schulleitungsteam einbringen. Als mein damaliger Chef mich auf den Posten der Konrektorin ansprach, konnte ich in diese Aufgabe hineinschnuppern und habe bald gemerkt: Das ist genau mein Ding.

Worauf wollen Sie als Schulleiterin einen besonderen Augenmerk legen?

Bünger Schule sollte ein Lebensraum sein. Seit zwei Jahren gibt es an unserer Realschule den gebundenen Ganztagsunterricht; das heißt, an drei Tagen findet der Unterricht bis 15 Uhr, an zwei weiteren Tagen nur bis 13.10 Uhr statt. Das bietet auch Entwicklungspotenzial für die schönen Dinge neben dem Lernen. Durch die Ausweitung der Stundentafel war im Bereich der "schönen Dinge" doch einiges verloren gegangen.

In vielen Kommunen ist das drei-gliedrige Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium bereits Vergangenheit. Wie schätzen Sie die Situation für Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten ein?

Bünger Ich glaube, wir haben hier ein stabiles, dreigliedriges System, insbesondere durch die Zusammenlegung der Hauptschulen in Waldniel und Niederkrüchten. Dies zeigen auch die Anmeldezahlen.

Wodurch zeichnet sich in Ihren Augen die Schulform Realschule aus?

Bünger Im Vergleich mit dem Gymnasium lässt die Realschule den Kindern mehr Zeit, wir nehmen sie mehr an die Hand. Die Realschule sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Lebenspraxis. Auch Kinder, die sich erst später entwickeln, haben hier eine Chance. Dies zeigt sich etwa darin, dass die Hälfte unserer Schüler - zurzeit sind es rund 840 - einen Abschluss machen, der sie zum Besuch der Oberstufe qualifiziert.

Ihre Schule ist seit neun Jahren als MINT-Realschule zertifiziert und somit im naturwissenschaftlichen Bereich besonders stark......

Bünger ...und da müssen wir auch noch einiges tun, um mehr Mädchen für Mathe und die Naturwissenschaften zu begeistern.

Mit welchen Fähigkeiten sollten Jugendliche die Janusz-Korczak-Realschule verlassen?

Bünger Sie sollten neben den fachlichen auch über soziale Kompetenzen verfügen sowie Werte wie Toleranz, Offenheit und Demokratie erfahren haben. Und nach Möglichkeit sollten sie gern zur Schule gegangen sein.

Sie selbst haben ja schon als Realschülerin beschlossen, selbst Realschullehrerin zu werden ....

Bünger Ja, ich hatte tolle Lehrer an der Realschule. Und deshalb stand mein Berufswunsch bereits während meiner eigenen Realschulzeit fest - inklusive der Ausrichtung auf naturwissenschaftliche Fächer.

DANIELA BUSCHKAMP FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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