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Viersen
Viersen ist Spitzenreiter im Kreis

Viersen. Einkaufsstandort Viersen zieht die meisten Kunden an. Leerstände in Dülken und in der Fußgängerzone sind Risiken. Von Daniela Buschkamp

Das sind gute Zahlen für die Wirtschaftsförderung und die lokalen Einzelhändler: Die Stadt Viersen gehört nach Mönchengladbach und Krefeld zu den ersten drei Einkaufszielen von Kunden in der Region. Zudem hat sie sich die Spitzenposition im gesamten Kreis Viersen gesichert. Dies zeigt die höhere Zentralitätskennziffer von 106,2 - ein Zuwachs zu 104,3 im Jahr 2014. Damit hat die Kreisstadt mit Nettetal den Platz getauscht.

"Doch auf diesem Wert können wir uns nicht ausruhen", erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Thomas Küppers. Denn: Das "Minto", das 2015 eröffnete Einkaufszentrum, nur zehn Minuten von der Stadtgrenze Viersens in Mönchengladbach, übt laut Küppers eine starke Anziehungskraft auf Kunden aus, die zuvor in Viersen einkauften.

Auffällig: In der Viersener City, etwa im Rathausmarkt, und Dülken stehen immer mehr Geschäfte leer. Das bringt Risiken mit sich. Denn leere Läden locken keine Käufer: Diese fragen sich "Warum sollen wir hierher kommen?", bleiben weg - und die Frequenz nimmt ab. Darunter leiden auch die Nachbarn - und ein Verfall der Mietepreise droht. Diesen Prozess der schleichenden Abwertung (trading down) will die Stadt aufhalten - dringend.

Laut dem Einzelhandelsbericht der Stadtverwaltung hat sich in Dülken die Leerstandsquote innerhalb von zwei Jahren von 23,5 auf 30 Prozent erhöht. Ende 2015 gab es dort nur noch 35 Einzelhändler (25 Prozent des gesamten Angebots) und 21 Gaststätten (16 Prozent). Versicherungen, Altenpfleger oder Büros (einzelhandelsnahe Dienstleistungen) bildeten mit 59 Prozent den Schwerpunkt. Dass Dülken Kunden verloren hat, zeigt die auffällige Abnahme der Zentralitätskennziffer: 85,2 statt 96,5. "Der schleichenden Bedeutungslosigkeit der Dülkener Innenstadt konnte nicht entgegengewirkt werden", so die Einschätzung der Verwaltung. Sie setzt jetzt auf das Städtebauförderprogramm "Aktive Stadt- und Ortszentren", hofft auf den Werbering "Viersen aktiv" und Veranstaltungen wie die "Dülkener Gartenwelt" (am Sonntag, 1, Mai), die Oldtimerrallye (am Samstag, 28. Mai) oder den Dülkener Kindertag (Sonntag, 5. Juni).

"Die Situation im Rathausmarkt wirkt sich hemmend auf die Entwicklung der Einzelhandelslandschaft in Alt-Viersen aus", so die Einschätzung der Wirtschaftsförderung. Vor drei Jahren hatte Kaiser's dort 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche aufgegeben. Zurzeit stehen 60 Prozent der Flächen leer. Auch kleine Neueröffnungen, zuletzt ein Teeladen - konnten diese großen Lücken nicht schließen. Alle bisherigen Verhandlungen mit Investoren verliefen erfolglos.

Dies bedauert auch Winfried Tackenberg, Vorstandsmitglied der "Interessen- und Standortgemeinschaft Nordstadt". Er, bereits früher "Minto"-Kritiker, warnt erneut vor dessen wachsender Konkurrenz und hat für die Viersener City eine lange Wunsch-Liste: weniger Tauben, weniger Hundekot, weniger Müll, weniger wilde Plakate.

"Die Situation im Center wirkt sich auf die Umsätze der dortigen Geschäfte wie ,Strauß' oder ,Galerie am Rathausmarkt' wenig fördernd aus", so Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Der Wirtschaftsförderungsausschuss wird sich in der nächsten Sitzung mit der Einzelhandelssituation in allen Siedlungsberiechen beschäftigen.

Quelle: RP
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