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Viersen
Viersen: LVR investiert 30 Millionen Euro

Viersen. Der Landschaftsverband Rheinland hat mit dem Bau eines Stationshauses begonnen. Zugleich gibt er Betten nach Mönchengladbach ab und schafft ambulante Therapieplätze. 45 Mitarbeiter verlassen den Klinikstandort Viersen Von Daniela Buschkamp

Der Landschaftsverband Rheinland setzt neue Akzente auf dem Viersener Klinikgelände. In der kommenden Woche wird mit dem Bau eines neuen Stationshauses begonnen. Bis Herbst 2018 soll das viergeschossige Gebäude bezugsfertig sein. Insgesamt werden rund 30 Millionen Euro investiert, 15 Millionen Euro pro Jahr. "Wir reagieren damit auf die Anforderungen der modernen Psychiatrie", erläutert Dorothee Enbergs, kaufmännische Direktorin und Vorstandsvorsitzende der beiden Viersener Kliniken sowie der LVR-Klinik Mönchengladbach. Für den Verband sei dies unverzichtbar für die Zukunftssicherung.

Eng verbunden mit dem Bauvorhaben ist eine Umstrukturierung innerhalb des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie: "Die neue Station hat 80 Betten weniger", sagt Enbergs. 40 Plätze werden zum 1. Juli 2017 an die Mönchengladbacher LVR-Klinik abgegeben. Weitere 40 Betten werden in Therapieplätze umgewandelt: 20 werden in Kempen, 20 in Nettetal realisiert. Das hat Konsequenzen für die Jobs in Viersen: 45 Vollzeitkräfte gehen. "Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben", so Engbergs. Die Mitarbeiter würden schrittweise nach Mönchengladbach wechseln. Das Interessenbekundungsverfahren laufe zurzeit.

Das neue Stationshaus ist nur ein Beispiel für ein umfangreiches Investitionsprogramm, das der Landschaftsverband seit sechs Jahren verfolgt: Für Modernisierungen in allen neuen LVR-Kliniken sind dabei insgesamt 492 Millionen Euro vorgesehen. "Auf jedem Gelände wurden die sogenannten Standardbettenhäuser geprüft und - je nach Ergebnis - werden sie ersetzt", sagt LVR-Pressereferentin Katharina Landorff in Köln.

Zudem verfolge der LVR in der ambulanten Behandlung inzwischen einen dezentralen Ansatz: "Tagespflegeplätze, die Betreuung von 9 bis 17 Uhr bieten, sollen in den einzelnen Gemeinden angeboten werden", so Katharina Landorff weiter. Für die Patienten sei dann die Rückkehr in ihre Familie oder die gewohnte Umgebung einfacher, ergänzt Dorothee Enbergs. Weitere ambulante Therapieplätze seien etwa in Krefeld, Neuss und Heinsberg geplant.

Ob in Nettetal und Kempen die ambulanten Therapieplätze auch bereits im Herbst 2018 verfügbar sein werden, kann die kaufmännische Direktorin zurzeit noch nicht sagen: "Wir befinden uns aber in erfolgversprechenden Verhandlungen."

Warum der Landschaftsverband beim jetzigen Haus 30 handeln muss: Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren und genügte nicht mehr den aktuellen Brandschutzanforderungen. "Bei der Frage, ob eine Kernsanierung oder ein Neubau günstiger wird, fiel die Entscheidung für einen Neubau", so Dorothee Enbergs. Sobald das neue Objekt steht, soll Haus 30 abgerissen werden - auch das Gesellschaftshaus, in dessen Festsaal öffentliche Veranstaltungen stattfinden und in dem etwa auch der Krankenhausauschuss tagt, soll dann abgerissen werden. Erhalten und in das neue Objekt integriert wird dagegen Haus 12, das unter Denkmalschutz steht, aber seit elf Jahren nicht mehr genutzt wird.

Eine neue Nutzung wird es künftig als Cafeteria erhalten. "Dort können Patienten, die es wollen, ihre Mahlzeiten einnehmen", erläutert Dorothee Engbers. Zudem sind in dem denkmalgeschützten Haus eine Ausgabeküche und die Verwaltung mit Konferenzräumen geplant.

Rechts neben Haus 12 soll der Eingangsbereich zum Stationshaus entstehen. In einem Geschoss sind etwa die zentrale Aufnahme und eine Notaufnahme vorgesehen. Daran schließt sich ein viergeschossiger Gebäudeteil ein. Dort sind auf sieben Stationen 134 Betten geplant - 80 weniger als zurzeit. Zudem sind Therapiebereichen und Behandlungszimmer vorgesehen.

Quelle: RP
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