| 17.42 Uhr

Viersen
Viersen räumt auf

Viersen. Mehr als 1000 große und kleine Helfer zogen mit Handschuhen und Mülltüten los, um an Wegesrändern, auf Plätzen und in Parks unerwünschte Hinterlassenschaften zu entfernen. 8,7 Tonnen Abfall kamen dabei zusammen. Von Frank Schliffke

Die Dülkener St.-Georgs-Pfadfinder waren am Samstag früh unterwegs. Bereits um 9 Uhr hatte sich die Gruppe mit einem Dutzend Kinder auf den Weg gemacht, um im Stadtgarten aufzuräumen. Einen Feuerlöscher fanden sie im Gebüsch, einen Stahlträger und "den üblichen Kleinkram". Außerdem Stacheldraht, der wohl nicht mehr gebraucht wurde.

Etwas später, genauer: um 11.11 Uhr, starteten die Senatoren der Narrenakademie ihren Beitrag zum Frühjahrsputz. Rector magnificus Dr. Volker Müller konnte die Zahl der Teilnehmer seiner Gruppe nennen, ohne nachzuzählen: "Elf." Wobei "Elf" in diesem Zusammenhang nicht zwingend "einer mehr als Zehn" bedeutet. Tatsächlich waren es doch wohl auch eher zwölf Helfer, die sich auf den Weg machten. Oder 13. Jedenfalls, sagte Müller, sei die Narrenakademie "traditionell" dabei.

Schon Tradition

Obwohl man genau genommen von "Tradition" noch nicht sprechen könne. Schließlich fand der Frühjahrsputz zum 14. Mal statt, und eine Tradition müsse dann doch "etwas älter" sein. Vielleicht so wie die Narrenakademie, die "gemäß Beschluss 1554 gegründet" wurde. Müller: "Jedenfalls wollen wir zeigen, dass wir auch was anderes können als auf dem Steckenpferd um die Mühle reiten."

Gar nicht traditionell ging es bei der Waldjugend zu, die zum ersten Mal an Viersens größter Umweltaktion teilnahm. Rund um ihren Stützpunkt neben dem Kletterwald waren die Mitglieder aktiv. Auch sie fanden allerlei, was gewöhnlich im Wald nicht vorkommt. Zum Beispiel Stacheldraht, der auch in Süchteln offenbar überflüssig war. Ein weiteres "Fundstück" wollten die Waldjugend-Aktiven scherzhaft an Günter Thönnessen überreichen: Einen Siegerpokal, wenn auch ohne Gravur, den die Helfer im Wald gefunden und rasch ein wenig aufpoliert hatten. Der Bürgermeister verzichtete unter allgemeinem Gelächter dankend, überreichte aber im Gegenzug kleine Stärkungen. Die Happen und Getränke, die er an diesem Morgen bei ausgewählten Teilnehmergruppen verteilte, stammten weitgehend aus Spenden von Kaiser's, Mars und Peter Kaas Molkereiprodukte, die auf diesem Weg die Gemeinschaftsaktion von Rheinischer Post, Stadt Viersen und EGN unterstützten.

Von zwei Besonderheiten berichteten die Südstadt-Aufräumer: Neben dem Maximilian-Kolbe-Haus war etwas stehen geblieben, das aussah wie "ein ehemaliger Karnevalsanhänger" samt zugehöriger Lautsprecherboxen. Da hatte wohl jemand das "Zugende" zu wörtlich genommen.

Und dann gab es einen Anlieger, der seine Kehrpflicht ernster nehmen könnte: "Am schlimmsten sahen die Gehwege am Alten Rathaus aus." FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
 
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