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Viersen
Viersen soll eine Wohlfühlstadt sein

Viersen. Beim Neujahrsempfang ging Bürgermeisterin Sabine Anemüller gestern auf die Herausforderungen der Zukuft ein.

Sie sei begeistert von der Hilfsbereitschaft, dem Verantwortungsgefühl und der Mitmenschlichkeit, die die Viersener in der Flüchtlingshilfe beweisen, sagte Bürgermeisterin Sabine Anemüller gestern Abend beim Neujahrsempfang in der "guten Stube" der Stadt, der Viersener Festhalle. "Sie alle machen einen verdammt guten Job", so Anemüller.

Sie dankte denjenigen, die sich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern - Mitarbeiter der Stadtverwaltung ebenso wie Feuerwehrleute und Mitglieder der Hilfsorganisationen, aber auch unzählige ehrenamtlich Engagierte: "Was Viersen leistet, was wir hier in Viersen leisten, ist großartig!" Mit Blick auf die Geschehnisse in Köln und in anderen Städten warnte die Bürgermeisterin gleichzeitig vor pauschalen Vorverurteilungen: Kriminelle Taten müssten geahndet werden, doch unabhängig von der Herkunft. Sie dürfe nicht zum pauschalen Beleg für Gewaltbereitschaft werden.

Das Jahr 2016 werde für Viersen ein Jahr mit großen Herausforderungen. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt rund 1000 Asylsuchende auf, derzeit rechnet sie mit 50 weiteren pro Woche. Doch das seien, auch darauf wies Anemüller hin, zunächst nur Zahlen: "Wir haben es im realen Leben nicht mit Zahlen zu tun, sondern mit Menschen."

Durch die Neubürger werde sich die Stadt verändern, so Anemüller. Viersen werde bunter und jünger, und die Stadt werde wachsen. Darin sieht die Bürgermeisterin große Chancen, die jedoch mit schwierigen Aufgaben verbunden sind: So werde moderner, bezahlbarer Wohnraum benötigt. Man müsse über Kinderbetreuung nachdenken, die Ausstattung der Schulen und darüber, wie man die Menschen für den Arbeitsmarkt fit mache.

Beim Thema Wohnen sei Viersen auf einem guten Weg - als Beispiele nannte Anemüller unter anderem die Scheldefahrt, die Oststraße, das Robend, Burgacker und Burgquartier in Dülken oder das Neubaugebiet im Bruch in Süchteln. Geplant sei Wohnraum für Familien mit Kindern, für ältere Menschen, für Wohngemeinschaften und für Singles gleichermaßen. Dafür müsse man nicht immer wieder neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausweisen, ihr gefalle das Konzept einer Verdichtung nach innen, so die Bürgermeisterin, beispielsweise indem man Baulücken schließe und bestehenden Wohnraum ansprechender gestalte.

Besonders am Herzen liege ihr die Familie, erklärte Anemüller. Dazu müsse auch die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden, doch Eltern sollten die Wahl haben. Sie sollten sich nicht entscheiden müssen zwischen Beruf und Familie.

Zur Familienfreundlichkeit gehörten auch Angebote für Kinder und Jugendliche in der Stadt, das Landesprogramm "Starke Quartiere, starke Menschen", an dem sich Viersen in diesem Jahr beteiligen wolle, oder ehrenamtliche Lotsen, die sich um Neubürger kümmerten und sie betreuten. "Ich möchte für und in einer Stadt arbeiten, die Familien signalisiert: Ihr seid willkommen", so Anemüller. Viersen solle eine Wohlfühlstadt sein.

Quelle: RP
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