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Viersen
Viersen trauert um Alfons Görgemanns

Viersen. Der langjährige Kommunalpolitiker und SPD-Fraktionschef ist nach schwerer Krankheit gestorben. Von Andreas Reiners

Er hat sein schweres Leiden geduldig ertragen. Dabei war ihm seine Familie - allen voran seine Ehefrau Gisela - eine große Stütze. Am Dienstagabend ist der Viersener Kommunalpolitiker Alfons Görgemanns nach langer schwerer Krankheit gestorben. Am 9. November wäre der gebürtige Dülkener 73 Jahre alt worden. Görgemanns hinterlässt neben seiner Frau Gisela, mit der er fast 50 Jahre verheiratet war, seine drei Kinder mit ihren Familien, zu denen etliche Enkel zählen.

Der Politiker Alfons Görgemanns hinterlässt in der Viersener Sozialdemokratie eine große Lücke. 1972 wurde er Mitglied der Jungsozialisten, seit 1979 saß er bis zu seinem Tode für die SPD im Stadtrat. Mehr als 25 Jahre führte er die SPD-Stadtratsfraktion. In seinen politischen Anfängen gehörte er zu den so genannten jungen Wilden in der Viersener SPD, zu denen damals auch der spätere Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes zählte.

Beruflich machte Görgemanns als Industrie-Kaufmann im Daimler-Benz-Konzern Karriere, stieg dort zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates auf. 2002 ging er in Ruhestand. Danach widmete er sich verstärkt der Kommunalpolitik im Viersener Stadtrat und Kreistag sowie seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Verwaltungsgremien beispielsweise von NEW, Sparkasse Krefeld, Allgemeinem Krankenhaus Viersen oder Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Görgemanns war über Parteigrenzen hinweg ein wichtiger Gesprächspartner und Wegweiser. Auch wenn er sich auf der öffentlichen politischen Bühne mit so manchem Ratskollegen aus dem anderen politischen Lager heftig streiten konnte, blieb sein Umgang in der Debatte stets fair und war getragen von dem Willen, für Viersen und seine Bürger etwas zu bewegen. Dass er auch mit Politikern anderer Parteien vertrauensvoll zusammenarbeiten konnte, bewies er bei seiner Tätigkeit in diversen Gremien. Mit dem CDU-Urgestein Fritz Meies konnte er parteipolitisch trefflich streiten, um genauso nach einer Sitzung mit ihm freundschaftlich ein Bier zu trinken.

Die Menschen - sowohl die Tausenden Kollegen im Daimler-Konzern als auch die Bürger in Viersen und im Kreis - waren ihm stets wichtig. Im Rahser hatte der gebürtige Dülkener, der mit seiner Familie auch 35 Jahre in Süchteln gelebt hatte, seine Heimat gefunden. Die wichtigsten Erfolge seiner langjährigen politischen Tätigkeit waren sicherlich die Wahl seines SPD-Parteifreundes Günter Thönnessen zum Viersener Bürgermeister, ebenso dessen Wiederwahl - und nicht zuletzt - im vorigen Jahr die Wahl von Sabine Anemüller (SPD) zur neuen Bürgermeisterin.

Quelle: RP
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